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Der „Übers-Knie-legen“-Vater Wolfgang Greber und Die Presse: Selten so schwaches Zurückrudern erlebt

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Mir ist selten eine so wenig überzeugende Distanzierung begegnet wie im Fall des heute Morgen im Blog-Beitrag „Ein intensives Social-Media-Wochenende: Kindes-Misshandlung, Journalisten-Altersarmut, DHL-#Fail“ erwähnten Kollegen Wolfgang Greber, der in „Die Presse“ Kindeszüchtigung rechtfertigte:


Nachzulesen ist das hier (zusammen mit einer Distanzierung seitens der Chefredaktion). Offensichtlich hat Greber diese Distanzierung ebenfalls „ungeschickt verfasst“ – er möchte sich „zu distanzieren“? Auch diesmal hat bei ihm und bei Der Presse die Qualitätskontrolle versagt (ist mittlerweile korrigiert). Im ursprünglichen Artikel ging Greber & Team Absonderliches wie Folgendes durch:

Wie ist es mit körperlicher Gewalt? Nun, ein Kind grenzt für mich an Heiligkeit, ich kann seinen Wert ermessen, wohl besser als viele andere Eltern: Immerhin haben wir eine Tochter, auf dem Friedhof schlafen legen müssen, sie starb kurz vor der Geburt, und ich hielt ihr federleichtes Körperchen im Arm. Dennoch: Totale Gewaltfreiheit in der Erziehung ist ein infantil-romantischer, militant-pazifistischer Irrglaube wie die Idee der Gewaltfreiheit in der Welt, da ändert auch das gesetzliche Gewaltverbot nichts. Ich habe manch gewaltfrei erzogenes Kind erlebt, sie neigen zu Rücksichtslosigkeit und verbreiten oft negative Schwingungen.

Eine Körperstrafe muss aber, wenn überhaupt, in so seltenen wie homöopathischen Dosen sein, als Ultima Ratio und an Stellen, die nicht zu persönlich sind, so wie das Gesicht, weshalb ich die „gesunde Watsche“ ablehne, ja! Okay ist Übers-Knie-Legen, das ich aber demonstrativ-inszeniert und nur mit leichtem Klopfen durchführe; es geht darum, das Kind in eine „blöde“ Lage zu bringen, die nicht wehtut. Und meist müssen wir beide dann lachen.

Der Bub ist dreieinhalb!

Dass Greber sich so spät und aus so lächerlichen Gründen von solchem schon in der gedruckten Sonntagsausgabe erschienenen Quatsch „distanziert“, macht die ganze Sache sehr unglaubwürdig. Vor allem deswegen, weil der Mann seinen Artikel gestern in der Kommentarspalte noch zu verteidigen versuchte – mit irrwitzigen „Argumenten“, die ich gestern schon zitierte. Bezeichnend, dass sie mittlerweile gelöscht wurden:

Ich stehe zu der homöopathischen Dosis an Körperlichkeit, das mit gutem Grund und ohne Ausflug ins Reich der Naivität, wie ich es im Text beschrieben habe. Und ich hoffe, dass es auch Ihnen gelingen möge, ein ebenso zartes, rücksichtsvolles, liebes und liebendes Kind großzuziehen, wie es uns bisher gelungen ist.

(…) Wer im Ernst behauptet, sein Kind noch nie am Ohr gezogen oder sonst einen Körperschmerz zugefügt zu haben, der lügt sich in den Sack, sorry, oder sieht die Welt durch die rosa Brille.

Noch in der Nacht von Sonntag auf Montag antwortete Wolfgang Greber aufs Armin Wolfs wunderbare Replik (kann ich unter den derzeit knapp 1800 Kommentaren nicht finden – hat er vielleicht auch gelöscht):

Das „Übers-Knie-legen“ ist nicht in Ansätzen so, wie Sie es sich vorstellen mögen, und es ist auch schon Geschichte. Und dass Sie noch nie gedroht haben, nämlich mit einer Sanktion a la „Dann gibt es kein Fernsehen“, das nimmt Ihnen niemand ab, und auch das ist schon Gewalt, wie man an der Uni lernt. Also echt: Ich hab eine Liebeserklärung mit ein paar Prinzipien an meinen Sohn geschrieben, und dann kommt diese digitale Scheisslawine. Danke auch.

Der hilflose Vater hat offenbar nichts verstanden.

Im vorigen Blogpost habe ich schon mehrere Reaktionen auf Greber verlinkt, hier nur noch eine einzige weitere:

Bei Interesse könnt ihr selbst nachschauen. Mittlerweile gibt es den Hashtag #Greber.

P.S. – ebenfalls lesenswert:

„Kinder sind k(l)eine Menschen? Gewaltfreie Erziehung macht glaubwürdig!“

„J.’s Mama schlägt ihn an diesem Abend nicht“

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