Archiv für die Kategorie ‘Politik’

Die anpassungsfähige Position der Jeannette Annina Chung in Sachen Meinungsfreiheit

3. April 2014

Oder: Wasser predigen, Wein trinken (Teil 2)

Vor einem knappen Jahr schrieb ich hier über eine Urheberrechtsaktivistin und meinem Eindruck nach selbst ernannte “SPD-Netzpolitikerin” namens Jeannette Annina Chung (Ehefrau des Ex-Einstürzende-Neubauten-Musikers Mark Chung), Überschrift: “Das anpassungsfähige Urheberrechtsverständnis der Jeannette Annina Chung”.

Mit einigen der darin präsentierten Fakten, Einschätzungen und Meinungen scheint Jeannette Chung nicht einverstanden gewesen zu sein. Was ich erst jetzt erfahre. Aber nicht etwa von ihr (sie weiß, wie sie mich z. B. bei Facebook erreichen könnte, wenn sie mich nicht blockiert hätte) – nein, sie schickt jemanden vor. Nämlich eine Firma mit dem schönen Namen “web-killer.de – Professionelles Reputationsmanagement”. (Mir vermag sich nicht so recht zu erschließen, ob der Name wirklich das perfekte Aushängeschild für Reputationsprofis ist. Der tödlich anmutende Begriff “Web-Killer” wirkte auf mich spontan weitaus rabiater als der Eindruck, den etwa Inkassofirmen mit gezielt eingesetztem osteuropäischem Charme vermitteln.)
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Die FDJ lebt! (“Gegen die Annexion der DDR! Raus aus der BRD!”)

10. Dezember 2013

Screenshot FDJ.de

Screenshot FDJ.de

Wusstet ihr, dass es die FDJ noch gibt? Sie existiert noch – und ist verdammt sauer!

“Mit der Annexion der DDR wurden uns die Jugendclubs, die Kinderkrippen und -gärten geraubt. Einen Ausbildungsplatz zu bekommen, ist so gut wie aussichtslos, und Studieren können sich fast nur noch die Reichen leisten. Wir aber wollen Bildung, statt zur Schlächterjugend erzogen zu werden. (more…)

Das anpassungsfähige Urheberrechtsverständnis der Jeannette Annina Chung

20. April 2013

Oder: Wasser predigen, Wein trinken – Klauen und Hauen für die gute Sache

Bei Facebook gibt es eine Urheberrechtsaktivistin namens Jeannette Annina Chung (Ehefrau des Ex-Einstürzende-Neubauten-Musikers Mark Chung), die in mehreren Facebook-Gruppen (u. a. “PRO-Urheberrecht” und “Urheberrecht & Internet”) vehement und streitlustig für ihr Anliegen kämpft.

Selbst nimmt sie es mit dem Urheberrecht nicht so genau: Sie kopierte einen Beitrag aus der geschlossenen Gruppe “Urheberrecht & Internet” fast in voller Länge in ein Dokument der Gruppe “SPD neue Netzpolitik” (Titel: “Wertschöpfung für elektronische Musiker”), ohne vorher die Genehmigung des Autors einzuholen. Als der das monierte, versuchte sie sich mit einem Verweis aufs Zitatrecht herauszureden – das natürlich beim Kopieren kompletter Texte ohne eigenen Kommentar nicht anwendbar ist. (Der Autor gab am nächsten Tag sein Einverständnis, das ändert aber nichts an der ursprünglichen Urheberrechtsverletzung.)

Der Fachbegriff für das “Fordern von Verhaltensformen, die selbst nicht eingehalten werden” (Wikipedia) ist Hypokrisie (Heuchelei).
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Die CDU hasst Gauck! (AKA: Nichts ist so alt wie die Nachricht von gestern)

20. Februar 2012

Lese gerade in der Cocktailbar meines Vertrauens die Montags-Digitalausgabe der Süddeutschen. Der Artikel “Beratungen über Wulff-Nachfolge: Streit über Gauck” enthält folgende lustige Passage:
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Weg mit der FDP! (Wie sich Rösler mal wieder anständig blamiert hat.)

20. Februar 2012

Gestern in den ARD-Tagesthemen:

Carmen Miosga: “Warum haben Sie denn damals nicht für Gauck gestimmt?”
Philipp Rösler: “Weil man es damals nicht getan hat, hat man jetzt die Chance, für ihn zu stimmen.”
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Brauchen wir einen Bundespräsidenten? (Umfrage)

2. Januar 2012

>> Insgesamt belaufen sich die Ausgaben des Bundespräsidenten auf etwa 4,6 Millionen Euro jährlich. (…) Für Personal und Verwaltung sind insgesamt Ausgaben in Höhe von knapp 18 Millionen Euro jährlich veranschlagt. 87 Beamte und 80 sonstige Arbeitnehmer werden für Wulff arbeiten. << (dpa/tagblatt.de am 2. Juli 2010)

Jeff Jarvis goes Howard Beale: “I’m as mad as hell, and I’m not going to take this anymore!”

25. Juli 2011

Ich habe den „Shit Storm“, den Journalismusprofessor Jeff „Fuck you, Washington!“ Jarvis in der Nacht von Samstag auf Sonntag per Twitter startete, live miterlebt. Und fühlte mich sofort an Howard Beales berühmte Ansprache in Sidney Lumets Mediensatire „Network“ erinnert:

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NR-Jahreskonferenz: „Verschlossene Auster 2011“ fürs Netzwerk Recherche?

4. Juli 2011

Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche 2011Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche verleiht jedes Jahr den Negativpreis Verschlossene Auster für den „Informationsblockierer des Jahres“. Am Samstag ging diese Auszeichnung an die vier großen Stromkonzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall (Begründung hier).

Verschlossene Auster 2011

Tina Groll (Netzwerk Recherche) übergibt die Verschlossene Auster an die Sprecher der vier größten deutschen Energiekonzerne. (Foto: © 2011 Peter Jebsen)

Interessanterweise fehlte in der auf sueddeutsche.de dokumentierten Laudatio die Passage, mit der Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) am Samstag Nachmittag im Hamburger NDR-Konferenzzentrum einen der größten Lacher erzielte: Er merkte nämlich an, es habe, am Vorabend Debatten darüber gegeben, ob die Verschlossene Auster nicht ans Netzwerk Recherche selbst gehen sollte.
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Netzwerk Recherche 2011: Günter Grass über Sperrmeilen für Lobbyisten und adlige Ministerdarsteller

3. Juli 2011

Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche 2011Mit gewohnter Bissigkeit präsentierte sich der 83-jährige Literaturnobelpreisträger Günter Grass am Samstag als Gastredner der Jahreskonferenz 2011 des Netzwerks Recherche.
Günter Grass beim Netzwerk Recherche 2011
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Mit verbalen Wattebäuschen gegen Folterknechte: DER SPIEGEL und Ägypten

12. Februar 2011

Es ist sicherlich eine besondere Herausforderung, in einem wöchentlichen Print-Magazin angemessen über eine unübersichtliche Situation wie in Ägypten zu berichten. Dennoch: Etwas mehr Mühe hätte sich DER SPIEGEL in der noch aktuellen Ausgabe (Nr. 6/7. 2. 11) schon geben können.

Er verplempert eine komplette Seite (S. 82, leider nicht frei online) auf ein Interview mit dem republikanischen US-Senator John McCain, ohne ihn auch nur andeutungsweise zu fragen, wie er heute die jahrzehntelange finanzielle und militärische Unterstützung von Muhammad Husni Mubaraks Regime durch die USA beurteile. (Das Handelsblatt nennt heute wieder die bekannte Zahl: „Washington unterstützt das ägyptische Militär mit jährlich 1,3 Milliarden Dollar.“)
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