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(beta)

Um noch mal kurz persönlich zu werden. (Zum „liebenden Vater“ Wolfgang Greber.)

with one comment

Seit drei Tagen hat mich kein Thema emotional so aufgewühlt wie die jämmerliche Rechtfertigung illegaler Kindeszüchtigung durch meinen österreichischen Journalisten-„Kollegen“ Wolfgang Greber (der nach eigenem Bekunden Jura studiert hat) – und sein halbherziges Zurückrudern (Hintergrund).

stern.de hat den Shitstorm-Auslöser stimmig auf den Punkt gebracht:


Mich bewegt das Thema primär aus Mitleid gegenüber Grebers hilflosem dreieinhalbjährigen Sohn, dessen Vater sich A) öffentlich darüber auslässt, wie okay es sei …

… das Kind in eine „blöde“ Lage zu bringen …

… und B) besagtes Kind ursprünglich beim vollen Namen nannte (nachträglich abgekürzt als „M“).

Wie ich schon erwähnte: Das Internet vergisst nie! Das „zarte, rücksichtsvolle, liebe und liebende“ (und trotzdem vom Vater an den Ohren gezogene) „Kristallkind“ M. (Zitat Greber) muss ab jetzt damit leben, von Freunden, Bekannten und vor allem Feinden dafür gefoppt zu werden, einen Vater zu haben, der sich nicht besser zu helfen weiß, als es ab und zu mal „demonstrativ-inszeniert und nur mit leichtem Klopfen“ „übers Knie“ zu legen. (Dieser Mist ist auf DiePresse.com immer noch zu lesen!)

Mich hat auch sehr angerührt mitzubekommen, was Grebers kinderverachtende „Pädagogik“ bei manchen Bekannten, die ich mag (aber deren individuelle Geschichten ich nicht kannte), auslöste – aufgrund eigener Erfahrungen mit gewalttätigen Eltern, die sie meines Wissens erst jetzt zum ersten Mal öffentlich machten.

Angesichts ihrer persönlichen Schilderungen schockiert es mich, sowohl unter der „Distanzierung“ durch die Chefredaktion als auch unter Armin Wolfs Facebook-Replik dumpfeste „Volkesstimme“ zu lesen.

Wörtlich zitiert:

Wir haben als Kinder alle paar auf die Leuchter bekommen, wenn wir was angestellt haben und es hat uns nicht geschadet. dagegen würde ich das heute gerne bei der jüngeren generation nachholen, wo die Eltern das verpasst haben. Solche unerzogenen Blagen habe ich noch nie erlebt.

Anima Draconis, 6 Likes

Sehr schön zu sehen, wie hier die politische Korrektheit zugeschlagen hat. Alles und jeder will sich jetzt distanzieren. Lächerlich!

Die-Presse-Leser „Feige Bande“

Ach Gott, auch ich habe mir einige Ohrfeigen als Kind gefangen aber geschadet haben diese mir jie. Ich bin gegen diese „ohrfeigenlose Erziehung“ denn manchmal hilft eine Ohrfeige mehr als nur das argumentieren.

Tadeáš Bures, 1 Like. (Hier sieht man, welche Auswirkungen vermeintlich harmnlose Ohrfeigen aufs Sprachzentrum haben können.)

Der Opportunismus und die Selbstzensur der Medien unserer heutigen Gesellschaft ist [sic] beängstigend. Aber was ist von Medien in Zeiten wie diesen schon mehr zu erwarten als Heuchelei?

Die-Presse-Leser „Norbert N.“

Stimmen wie diese nehme ich ernster:

(Der Vollständigkeit halber: Es gibt auch [zynische?] Stimmen, die es für möglich halten, dass die Greber-Absonderungen und der dadurch angezettelte Shitstorm inszeniert waren – um etwas mehr Traffic auf die betreffende Website zu schaufeln. Sollte das stimmen, hat das teilweise zu gut geklappt – DiePresse.com war seitdem teilweise nur mit langer Wartezeit zu erreichen.)

Der Schlusssatz gehört dem „Kurier“, dessen Artikel die Überschrift trägt: „Kleine Kinder hauen: Das ist echt arm.“

Nachtrag – drei weitere interessante Diskussionsbeiträge:

„Reden wir bitte weiterhin über gewaltfreie Erziehung“

„Wenn du lieb bist: Wie uns der Weihnachtsmann bei der Erziehung helfen kann“

„Gewaltfreie Erziehung, ist das möglich ?“

Und ein strunzdummer Kommentar, der den Täter zum Opfer macht – wie es dieser Tweet schön auf den Punkt bringt:

„#Ohrenzieher: Wie ein „Presse“-Kommentar eine Fatwa auslöste“

Eine Antwort

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  1. Hat dies auf Mittelhessenbloggers Blog rebloggt und kommentierte:
    In der Tat, die Dimension offenbart sich mir erst jetzt. Ich hatte die Debatte bisher nur am Rande verfolgt. Dem Mann fehlt jegliches Einfühlungsvermögen, seinen Sohn dermaßen bloßzustellen. Hinsichtlich dessen, ob einem als Elternteil irgendwann die Hand ausrutscht, weil es der Nachwuchs mal wieder zu dolle treibt und jegliches Wort oder materielle Strafandrohung nichts fruchtet, will ich nichts sagen. Ich denke, es gibt einen Unterschied zwischen gezieltem Übers-Knie-legen (absolutes NoGo) oder wenn irgendwann der Geduldsfaden reißt. Weiß wohl, dass dies nicht gut ist, aber sofern Eltern hier mitlesen: Wir sind auch nur Menschen und keine Götter, machen Fehler. Wichtig ist, dass man sie rechtzeitig erkennt und die Stärke zeigt, sich nach einem Fehler bei einem Kind zu entschuldigen, selbst wenn es die fehlerhafte Handlung selber durch fehlerhaftes Handeln ausgelöst. Nur gehören solche Dinge nicht in die breite Öffentlichkeit gezerrt. Schon gar nicht im Netz. Und erst recht nicht durch einen „Doppeljottler“, Journalisten und Juristen. Das ist im höchsten Grade unprofessionell!

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    mittelhesse

    2. Dezember 2014 at 23:33


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