Per Twitter und Facebook wurde entrüstet die Handelsblatt-Geschichte “Bei Amazon verdient die NPD mit” verbreitet – was manche mit dem Hinweis verbanden, dass man Amazon doch jetzt endgültig boykottieren solle.
Offenbar machte sich kaum jemand die Mühe, den verlinkten Handelsblatt-Artikel einmal wirklich zu lesen. Sonst wäre nämlich aufgefallen, dass er eine olle Kamelle ist: Er stammt vom 5. Juni 2009 (15:06 Uhr). Wer sich dann auch noch die Zeit genommen hätte, durch investigatives Googlen weiterzuforschen, dem wäre schnell klargewesen, dass die Faktenlage schon längst eine ganz andere ist. Drei Tage nach der Veröffentlichung, also am 8. Juni 2009, meldete unter anderem c’t: “Amazon schließt NPD von Partnerprogramm aus”. Also viel Lärm um nichts!
Wenn die Angelegenheit aktuell wäre, könnten wir eine andere Debatte führen: Ist es wirklich ein Skandal, wenn ein Wirtschaftsunternehmen über sein Partnerprogramm einer nicht verbotenen Partei Provisionen aus dem Verkauf von nicht verbotenen Produkten zukommen lässt?
Schlagwörter: amazon, handelsblatt, Shitstorm, twitter

16. Februar 2013 um 21:22 |
Reblogged this on Ubeudgen’s Blog.
18. Februar 2013 um 20:14 |
Man, ist “Sozialgeschnatter” ein toller Begriff. Wahnsinn, wie das diese selbstgerechte, gedankenlos dumme, gnadenlos freche Schnatterzunft trifft. Es gehen so viel überlegte und verantwortliche Kommentare in diesem Geschnatter unter. Alle meine Wünsche der Seite und ihrer Wirkung.