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Deutsche Bahn vs. Online-Ticket: 2 Schritte vor, 1 zurück

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Website-"Ausriss": WELT.de

Website-„Ausriss“: WELT.de

Freude bei Bahn-Kunden – die WELT meldete gestern: „Online-Ticket muss nicht mehr ausgedruckt werden“. Karsten Seibel, Korrespondent für Wirtschafts- und Finanzthemen in Frankfurt, führt aus:

Bahnkunden können ihr Zugticket zwar seit Jahren online unter http://www.bahn.de im Internet buchen, doch sie müssen es jedes Mal in DIN-A4-Größe ausdrucken. Über dieses umständliche Prozedere ärgern sich Reisende seit Langem. Jetzt stellt sich heraus: Bei den Online-Tickets ist der Ausdruck unnötig. Und zwar schon seit Ende 2013.

Das wissen aber die wenigsten Kunden (und, so ist mein Eindruck, Zugbegleiter). Denn der verbesserte Service ist gut versteckt, schreibt die WELT:

Erst auf Seite 109 der Beförderungsbedingungen findet sich in dem Abschnitt „Bedingungen für den Internet-Verkauf von Fahrkarten“ unter Punkt 6.3.3 die entscheidende Formulierung: „Ersatzweise kann in Zügen das Online-Ticket auch auf dem Display eines mobilen Endgerätes über ein pdf-Anzeigeprogramm vorgezeigt werden, wenn der Barcode in Originalgröße und die kompletten Fahrkartendaten bei aktivierter Hintergrundbeleuchtung vorgezeigt werden können.“

Als ich diese Meldung freudig per Twitter weiter verbreitete, ruderte die Bahn wieder zurück (zumindest gefühlt):

Da hakt man natürlich nach:

Und noch mal:

Keine Antwort. Weiterer Versuch:

Tipp: Diesen Tweet am besten ausdrucken; für den Fall, dass einem Zugbegleiter dies nicht bekannt sein sollte.

Was sich mir nicht erschließt: Der Barcode eines Handy-Tickets ist für die Bahn okay, der Barcode eines Online-Tickets aber angeblich nicht (bzw. nur „ersatzweise“, wenn es dem Zugbegleiter bekannt ist).

Cem Başman bot dafür eine gute Erklärung:

2012 galten Online-Tickets übrigens eine Zeit lang schon mal ohne Ausdruck, also nur auf dem Handy. Das wurde aus fadenscheinigen Gründen gestoppt:

Hoffen wir mal, dass die aktuelle Regelung von Dauer ist.

Um mal mit etwas Positivem abzuschließen: Die Tatsache, dass solche Twitter-Dialoge möglich sind, ist lobenswert. Meinem Eindruck nach leistet die Bahn in Sachen Social Media tolle Arbeit. Per Twitter-Account @DB_Bahn wurde mir z. B. beim Bahnstreik schon die Verfügbarkeit von Zügen genannt, bevor das auf der Website nachzuschlagen war.

Wer während einer Bahnfahrt Probleme hat, sollte sich ohne Zögern ans Twitter-Team wenden. Die können oft auch Antworten auf Fragen recherchieren, die die Zugbegleiter überfordern. (Wahrscheinlich haben Letztere kein Twitter.)

Written by Peter Jebsen

30. Dezember 2014 um 20:38

2 Antworten

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  1. Könnte mir vorstellen, daß manche Scanner einfach Probleme damit haben, wenn ein Barcode nicht auf Papier ist, das mit bekannter Charakteristik reflektiert, sondern auf einem Display. Der DB-Scanner guckt ja nicht wie ein Fotoapparat (oder ein Barcodescanner auf dem Handy) den Barcode per Bildsensor an, sondern scannt mit rotem (oder grünen) Laser drüber und wertet die Reflektionen aus.

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    DL2MCD

    31. Dezember 2014 at 13:39

    • Die Scanner können nicht das Problem sein, denn Handy-Tickets werden ja schon länger akzeptiert. Nur der Barcode von Online-Tickets scheint problematisch zu sein, obwohl er vom selben Gerät angezeigt wird.

      Gefällt mir

      Peter Jebsen

      31. Dezember 2014 at 14:24


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