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Offener Brief von Sixtus: Verlegerschelte … und ein bisschen Gewerkschafts-Bashing

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Der geschätzte Kollege Mario Sixtus hat bei CARTA die sehr lesenswerte Tirade „Verlegerforderung Leistungsschutzrecht: Ja, habt ihr denn überhaupt keinen Stolz?“ veröffentlicht, in der er bei aller Polemik viel Richtiges sagt. Zum Beispiel: „Die Öffentlich-Rechtlichen sind aufgrund ihrer Gebührenfinanzierung eure erklärten Todfeinde, andererseits wollt ihr euch in gebührenfinanzierte Verleger verwandeln? Ja, habt Ihr denn überhaupt keinen Stolz?“ Oder: „Google spült euch die Hälfte eurer Besucher auf die Seiten und jetzt sollen sie dafür bezahlen? Das ist in etwa so, als würde ein Restaurantbesitzer Geld von den Taxifahrern verlangen, die ihnen Gäste bringen.“

Leider kann er sich dabei auch das übliche Gewerkschafts-Bashing nicht verkneifen. Er irrt, wenn er behauptet: „Die Gewerkschaften habt ihr schon auf eurer Seite. Das ist kein Wunder. Gewerkschaften sind in etwa so fortschrittsfreudig wie die Taliban.“

In einem Kommentar stellte Michael Funken schon die Position der ver.di-Fachgruppe Medien dar: „(…) Bisher ist die plakative Forderung aus dem Kreis der Verlage weitgehend unklar, sowohl in rechtlichen wie in wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen. (…) 1. Urheber first: Das bisher geltende Urheberrecht für Autoren darf nicht eingeschränkt werden.“

Letzteres entspricht auch der Position des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV): „Die Rechte der Urheber dürfen durch ein Leistungsschutzrecht nicht angetastet werden. (…) Wenn das Leistungsschutzrecht Wirklichkeit wird, müssen die Urheber an den Erlösen angemessen beteiligt werden. Der DJV fordert 50 Prozent, die Verleger dachten zunächst an eine einstellige Prozentzahl, nähern sich jetzt aber 30 Prozent.“ Das heißt: Der DJV ist nicht auf der Seite der Verleger, sondern vertritt die Interessen der Urheber. Die müssen berücksichtigt werden, sollte die Leistungsschutzabgabe kommen.

Viel interessanter wäre natürlich die Debatte, die in den CARTA-Kommentaren u. a. von kusanowsky angestoßen wurde – welche Alternativen zur geplanten Leistungsschutzabgabe sinnvoll wären.

Written by Peter Jebsen

30. Dezember 2010 um 13:37

Eine Antwort

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  1. […] This post was mentioned on Twitter by Peter Jebsen and sach ichnicht. sach ichnicht said: Was statt Leistungsschutzrecht? @pjebsen Sixtus offener Brief: Verlegerschelte und ein bisschen Gewerkschafts-Bashing http://bit.ly/fH8oXH […]

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