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Warum Qype für mich (erst mal) gestorben ist

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Qype war mal ein hervorragendes Bewertungsportal. Was ich daran schätz(t)e, habe ich 2008 in meiner „ultimativen Lobhudelei“ (© „Zimmer frei“) geschildert.

Moment: „War mal?“ Ja, bis vorgestern. Am Donnerstag wurde nämlich eine weitere der vielen Neuerungen eingeführt, die im Lauf der Jahre dafür sorgten, dass sich immer mehr Vielschreiber von der Plattform verabschiedeten und in die Blog-Welt überwechselten. Einige davon sind in der Randspalte meines Blogs unter „(Ex-)Qyper“ aufgeführt.

Mit mittlerweile planmäßig anmutender Instinktlosigkeit wurde Qype häufig „verschlimmbessert“. So schraubte das Team zum Leidwesen der Community immer wieder am internen Beitrags-Bewertungssystem herum. Die Feedback-Punkte, die so genannten „Komplimente“, die u. a. von foursquare abgekupferten „Medaillen“ interessieren mich persönlich nicht weiter. Ärgerlich ist nur die stümperhafte Umsetzung mancher Maßnahmen. Dass z. B. seit Jahren von einer fünfstelligen Zahl nur drei Stellen lesbar sind, ist bisher niemandem aufgefallen – oder es ist dem Team egal:

Das sind aber kosmetische Niggeligkeiten, über die man hinwegsehen kann. Anders als die jüngste „Errungenschaft“: Qype hat gravierende Änderungen an der Übersichtsseite vorgenommen, die für eingeloggte Mitglieder unter http://www.qype.com/mypage abrufbar ist.

Bis vorgestern war sie genau das: eine hilfreiche Microfeed-Übersicht mit kurzen Hinweisen auf neue Beiträge anderer Qype-„Kontakte“, Event-Einladungen, Bewertungen der eigenen Beiträge, eingegangene persönliche Nachrichten.

Seit der Änderung ist sie eine Un-Übersicht: eine willkürliche Ansammlung teilweise inhaltsleerer Kästen (die etwa nur auf Diskussionsgruppen hinweisen, deren Mitglied man ist – ohne Hinweis auf mögliche neue Beiträge), gepaart mit einer Volltextanzeige irgendwelcher Qype-Bewertungen.

Das heißt: Ohne ersichtliche Not wurde vielen Stamm-Usern die von ihnen meistaufgerufene Startseite genommen. Das ist angesichts der aktuellen Probleme (Meedia: “IVW-Absturz: Qype tappte in Technikfalle“, Sistrix: “Etwas ist faul im Staate Qype“) nicht wirklich schlau.

Natürlich hagelte es vorgestern sofort Proteste – sowohl von Qype-„Veteranen“ als auch von Neulingen (etwa im Hilfe-Forum und in einer Flut negativer Qype-Bewertungen). Es meldeten sich auch Beta-Tester aus der Community zu Wort, welche die neue Übersichtsseite im Vorfeld zwei, drei Wochen lang ausprobieren konnten. Keinem von ihnen hätten die Änderungen gefallen, ihre Kritik sei aber von Qype nicht berücksichtigt worden (schreiben sie).

Solch übereilte Änderungen sind umso ärgerlicher, als andererseits seit Jahren bekannte Mängel und Bugs ignoriert bzw. nicht angepackt werden. Eine der übelsten Baustellen ist die Qype-Suchfunktion, die noch immer so jämmerlich ist, dass selbst manche Qype-Mitarbeiter zum Aufspüren von Beiträgen auf der eigenen Site lieber Google verwenden.

Ich muss leider revidieren, was ich 2008 schrieb: „Für mich persönlich ist Qype keine vorübergehende Marotte. Ich denke, ich werde bei Qype ebenso wie bei flickr und Last.FM aktiv sein, solange ich Restaurants besuche, reise, fotografiere und Musik höre.“

Solange es für mich keine vernünftige Startseite mehr gibt, wird meine Qype-Nutzung stark sinken. Ich habe weder die Geduld noch die Zeit, die für mich interessanten Qype-Bewertungen und -Diskussionsbeiträge manuell herauszusuchen.

War nett.

Written by Peter Jebsen

17. April 2010 um 8:28

Veröffentlicht in Internet, Qype, Qype-Reviews, Social Networking

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20 Antworten

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  1. Abwarten und Tee trinken ist wahrscheinlich der beste Umgang mit dem Qype-Desaster. Die Plattform-Bosse werden zeigen, ob sie sich aus dem selbst angelegten Sumpf wieder heraus finden.

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    Prinz Rupi

    17. April 2010 at 10:07

  2. Die müssen einfach nur „Übersicht classic“ zurückbringen, und gut is‘.

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    pjebsen

    17. April 2010 at 10:13

  3. Bis jetzt hatte ich immer noch Hoffnung, am qypen noch ein bißchen Spaß zu finden. Mit dieser neuen Veränderung sehe ich leider keinen Grund mehr, noch länger dabei zu bleiben.

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    ottogang

    17. April 2010 at 12:14

  4. Wirklich ein Jammer, mit welcher Arroganz und Beratungsresistenz Qype seine User verprellt.

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    serviervorschlag

    17. April 2010 at 13:31

  5. Qype hat Spaß gemacht, aber schon bei der großen Änderung im letzten Jahr habe ich meine Aktivitäten eingestellt – auch wenn ich noch angemeldet bin. Denn wenn die Verantwortlichen den Usern den Spaß am Mitmachen nehmen, macht das keinen Sinn mehr.

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    Ulrich

    17. April 2010 at 18:02

  6. und DAS aus dem Munde des letzten Qype-Ritters. Ich glaubs nicht!

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    joulupukki

    18. April 2010 at 7:16

  7. Vor lauter auf Utopia.de sein komm ich gar nicht mehr zum Qypen.
    Habs über geralds hinweis auf facebook erfahren ;-)

    Also gleich mal reingeschaut:

    Auf den ersten Blick scheint mir der Microfeed „nur“ als extended Version des vorherigen -> alles, was vorher nur mit einem Hinweis angezeigt wurde, wird jetzt gleich mit dem Inhalt angezeigt. Könnte mir vorstellen, dass es mit einer komprimierten Fassung wieder die alte Funktionalität hat.

    Eine Herausforderung (die glaube ich viele Portale meistern müssen) ist, dass einerseits Funktionen für die Einwohner da sein müssen (damit die sich wohlfühlen und aktiv bleiben), andererseits will man auch Besuchern eine intuitive Oberfläche bieten, die zum Aktivwerden einlädt. Die Kunst ist, das nicht zum Spagat werden zu lassen.

    :-) werner

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    werner

    18. April 2010 at 10:53

  8. @werner: Die jetzige „Übersicht“ ist für mich komplett unbenutzbar und buggy. Auf der Gruppen-Seite etwa steht vor der deutschen Hilfe-Gruppe die englische (warum auch immer), ohne dass es bei beiden irgendwelche Hinweise auf neue Themen oder Beiträge gibt.

    Wenn die Gestalter nur eine Sekunde nachgedacht oder zumindest auf die User gehört hätten, dann hätten sie den alten Microfeed einfach per Reiter als zusätzliche Option angeboten. Ich hätte alle anderen Optionen weggeklickt, und alles ist gut. ;-)

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    pjebsen

    18. April 2010 at 11:22

  9. Die einst steile ansteigende Kurve der Begeisterung vieler für QYPE hat seit längerer Zeit den Umkehrpunkt erreicht und geht rapide gegen Null – auch bei mir.

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    philipp1112

    20. April 2010 at 19:27

  10. @philipp1112: Ich bin weiter begeistert von der Qype-Idee. Deswegen ist es so frustrierend, dass Qype nicht mehr vernünftig genutzt werden kann.

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    pjebsen

    20. April 2010 at 19:43

  11. Tja, mir fehlt die praktische „alte“ Übersicht auch sehr, da ich oft nur kurz hereinschneie, einen Beitrag verfasse und nicht lange suchen kann. Ich möchte auf einen Blick erfassen, was neu ist, was meine Kontakte machen, etc. Das funzt jetzt nicht mehr, und das ärgert mich. Besonders ärgert mich, dass diese Änderung ja bereits VOR der Einführung getestet und mit Mangelhaft bewertet wurde und dann trotzdem eingeführt wurde.

    Ich suche momentan nach Alternativen und würde wechseln, wenn sich etwas bietet. Aber weder http://www.loxicon.de noch http://www.geoflag.de sind so wie Qype ;-( Also suche ich weiter und hoffe, etwas zu finden oder Qype besinnt sich und hört auf seine User. Das wäre am besten ,-)

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    alligateuse

    21. April 2010 at 16:33

  12. […] http://www.Sozialgeschnatter.de (beta) « Warum Qype für mich (erst mal) gestorben ist […]

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  13. Gut dass es für Hauptstädter Alternativen gibt —> www. townster.de
    I like ;-)

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    Haselputz

    20. Juli 2010 at 23:38

    • Das Angebot ist bei weitem nicht so umfangreich wie bei Qype, außerdem scheint es bei Townster keine Community-Funktionen zu geben (habe zumindest auf die Schnelle keine entdeckt).

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      pjebsen

      21. Juli 2010 at 8:00

  14. Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen das man inzwischen umschalten kann, zwischen dem hier erwähnten City Feed und dem alten Microfeed?

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    liese

    19. Oktober 2010 at 16:26

  15. ich finde ja mittlerweile http://www.loxicon.de/ total gut! zwar noch lange icht so groß aber richtige viele locations
    viele grüße ole

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    ole

    8. Dezember 2010 at 16:21

  16. Ein gutes Bewertungsportal ist Xviser.de denn hier geht es nicht nur um einen Themenschwerpunkt, sondern es können nahezu alle Produkte, Dienstleistungen und Orte bewertet werden. Zudem erhält man für jede Bewertung eine Vergütung von 3 Cent.
    Xviser basiert auf dem Motto Bewerten und Erfahren.

    Die Nutzung dieser Bewertungsseite ist kostenlos und denkbar einfach.
    Zuerst erfolgt eine kostenlose Registrierung, die in wenigen Schritten abgewickelt ist.
    Nach dem Abschicken erhält man umgehend eine Nachricht an die angegebene E-Mail-Adresse, um die Registrierung abzuschließen.
    Danach kann entweder zuerst das persönliche Profil bearbeitet oder auch direkt mit den Bewertungen begonnen werden.

    Um zu bewerten, wird im Suchfeld der Name des Produktes, Ortes oder Dienstes eingegeben. Sind bereits Bewertungen anderer Mitglieder vorhanden, werden diese angezeigt. Über den Button „Jetzt bewerten“ kann man dann selbst seine Meinung dazu abgeben.

    Die Bewertungen erfolgen hier mittels eines Ampelsystems. Grün steht für „Gefällt“, Gelb für „Mittelmäßig“ und Rot für „Gefällt nicht“.
    In dem dazugehörigen Textfeld kann man mit bis zu 1000 Zeichen einen Bewertungstext eingeben, um anderen Nutzern seine eigenen Erfahrungen mitzuteilen.
    Zusätzlich können zu jeder Bewertung Fotos angehängt werden.

    Auf der Bewertungsseite findet sich auch ein „Quick View“, eine Schnellübersicht, auf der in Statistiken angezeigt wird, wie etwas von anderen Nutzern bewertet und erfahren wurde.

    Auch Hotelbewertungen finden sich auf dieser Internetseite. So kann man sich bereits vor einer Buchung über das gewünschte Hotel informieren oder nach dem Urlaub seine Erfahrungen mit anderen teilen.
    Gibt es zu einem Hotel noch keine Hotelbewertung, kann man diese auch neu einstellen und zusätzlich auch Informationen über den Anbieter eingeben.

    Produktbewertungen sind auf dieser Bewertungsseite ebenfalls zahlreich vorhanden. Von Lebensmitteln über Computer und andere Unterhaltungselektronik bis hin zu Mode oder auch Filmen gibt es hier viele Informationen.
    Nicht vorhandene Produktbewertungen können ebenfalls neu eingestellt werden.

    Auch Restaurantbewertungen können für andere hilfreich sein. So kann man zum Beispiel ein sehr gutes Restaurant weiterempfehlen oder ein weniger gutes mit einer „Gefällt nicht“ Restaurantbewertung versehen.

    Eine Bewertung von Dienstleistungen ist auch möglich. Ob nun eine Internetseite, ein Frisör oder andere Dienstleister, bei den Bewertungen kann nahezu alles eingestellt werden.

    Zusätzlich ist es auf diesem Bewertungsportal möglich, sich mit anderen Nutzern zu befreunden und auszutauschen.
    Man kann Xviser auch an Freunde weiterempfehlen und erhält dann für jede Bewertung, die dieser Freund dann abgibt, ebenfalls 3 Cent.
    Der Seite kann auch auf Facebook, Google+ oder Twitter gefolgt werden.

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    Viktor

    20. April 2012 at 20:50

  17. Qype ist eine der schlimmsten Portale.
    Wie die Kundengewinnung betreiben, unmöglich und frech.

    Die Firma wollte uns anwerben und ein Kundenberater, der wohl nur auf seine Provision aus ist, der Herr, J.A.

    Folgende Beschwerdemail haben wir geschrieben, von einem „24 Std.“ Support kann kaum die Rede sein:

    So etwas ist mir/uns selten widerfahren. Es geht um Ihren Mitarbeiter: J.A. (Name gekürzt)
    Das Engagement Ihres Mitarbeiters in allen Ehren, jedoch sollten dieser aufpassen wie er argumentiert.

    Eine Firmenpolitik bzw. Entscheidung respektieren und nicht abfällig darüber urteilen und vor allem Emotionen außen vor lassen.
    Gesprächsführungen einhalten und nicht ständig ins Wort fallen und auch zuhören.

    Selbst beim Hinweis das uns das Verhalten und die Art und Weise des Herrn A. nicht gefällt bzw. ein Niveau annimmt, welches wir nicht weiter dulden wollen, kam keine Einsicht.

    Uns ist bewusst das die Konkurrenz immer größer wird, jedoch wenn dies Ihre Art ist Kunden zu bewerben muss ich Ihnen ans Herz legen, Ihre Politik schnellstmöglich zu überdenken.

    Finger weg von Qype!

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    T.G.

    28. September 2012 at 11:17

  18. […] Frühere Beiträge über Qype Mein 500. Beitrag im Bewertungsportal Qype (2008) Warum Qype für mich (erst mal) gestorben ist (2010) […]

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