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Einmal Eimsbüttel – Hongkong, bitte

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Foto: Poupou l'quourouce at the German language Wikipedia / This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Foto: Poupou l’quourouce at the German language Wikipedia / This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Verfassen eines kurzen Qype-Berichts über Erlebnisse im Kundenzentrum Hamburg-Mitte erinnerte mich an ebenso gute Erfahrungen mit dem Bezirksamt Eimsbüttel, die ins Jahr 2004 zurückreichen.

Im Oktober 2004 sollte es für mich nach Hongkong gehen, Abflug war eines Montags gegen 11 Uhr. Am Sonntagnachmittag begann ich zu packen, wobei ich sicherheitshalber auch einen Blick in meinen Reisepass warf. Das war eine gute Idee. Denn der schnelle Blick ergab, dass der Pass seit ein paar Monaten abgelaufen war. Um das festzustellen, war der Sonntag vorm Abflug natürlich der perfekte Termin.

Da mich in einer solchen Situation kurz vor einer London-Reise schon mal ein vom damaligen Bundesgrenzschutz am Flughafen ausgestelltes Ersatzdokument gerettet hatte, rief ich zuerst bei der Bundespolizei in Fuhlsbüttel an. Die konnte mir nicht helfen. China sei nicht mit London vergleichbar.

Als nächstes kontaktierte ich die chinesische Botschaft in Berlin. Obwohl ich über ein paar Umwege auch von einer offiziellen Stelle in Hongkong eingeladen war, vermochte mein Gesprächspartner (der Pförtner?) die Dringlichkeit meiner Frage, ob ich vielleicht auch ohne gültigen Reisepass einreisen könne, nicht so recht zu erkennen. Im Nachhinein kann ich das durchaus verstehen.

Ein Freund und Kollege, der auch schon mal vor einer solchen Reise Opfer der eigenen Verpeiltheit geworden war, wies mich am Sonntagabend auf die Möglichkeit hin, bei einem der Hamburger Bezirksämter einen Ersatz-Reisepass ausstellen zu lassen. Das habe in seinem Fall länger als einen halben Tag gedauert, gab mir aber neue Hoffnung.

Ich recherchierte also per Internet nach den Bezirks-/Einwohnermeldeämtern im Großraum Hamburg mit den frühesten montäglichen Öffnungszeiten und schichtete das wichtigste Reisegepäck in einen Minikoffer um; für den Fall, dass die Bezirkamtsersatzpassausstellung so lang dauern würde, dass ich keinen großen Koffer mehr einchecken könnte.

Die Nacht vom Sonntag auf den Abflugmontag war kurz und so gut wie schlaflos.

Gegen sechs klingelte der Wecker, kurz vor sieben stand ich vorm Bezirksamt Eimsbüttel – mit dem Not-Handgepäck unterm Arm. Es war das zentralst gelegene Amt mit der frühesten Öffnungszeit; für den Fall, dass ich dort abgewiesen würde, hatte ich noch die Adressen weiter entfernt liegender Ämter dabei – zum Beispiel in Harburg (plus ausgedruckte HVV-Fahrtzeiten zum Hamburger Flughafen).

Die Befürchtungen waren müßig. Statt des vom Kollegen angedrohten halben Tages verbrachte ich im Bezirksamt Eimsbüttel gerade mal 10, 15 Minuten. Mit dem Ersatzpass in der Hand, fuhr ich nach Hause, frühstückte in Ruhe, packte meine Reiseutensilien wieder in den großen Koffer um und bestieg dann entspannt den Flieger nach Frankfurt, wo der Anschlussflug nach Hongkong auf mich wartete.

Nach 14 Stunden in der Holzklasse und einer weiteren schlaflosen Nacht landete ich am Dienstagmorgen gegen 7 Uhr Ortszeit in Hongkong und stürzte mich sofort ins Getümmel. Die erste Margarita, die ich am Abend in meiner neuen Stammkneipe Coyote Bar & Grill zu mir nahm, trank ich aufs Bezirksamt Eimsbüttel, ohne das ich eventuell nicht in diesem wunderbaren Laden gelandet wäre.

Written by Peter Jebsen

17. März 2009 um 22:14

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