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Vom Hundertsten ins Tausendste (Annäherung an James Hunter)

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Dies ist wahrscheinlich einer der langwierigsten, am ziellosesten formulierten Musiktipps aller Zeiten. Daher nehme ich das Fazit des folgenden Gelabers voraus: Wer auf 60er-Jahre-Soul mit saftigen Bläsern, knackigen Gitarren und unter die Haut gehendem Gesang steht, muss sich James Hunter anhören. Unbedingt! Und zwar zum Beispiel bei emusic (hier und hier).

So, und jetzt kommen wir zu dem, was Musik-Fans als „Extended Version“ kennen. In diesem Fall wird sie strafverschärfend und leseunfreundlich mit Web-1.0- und Web-2.0-Links zugepflastert sein.

Die Nadel in die verbale Rille, und los geht’s (ich habe euch gewarnt):

Ein früherer Kollege von mir ist Mitglied einer Country-Band mit dem schönen Namen Cpt. Stubing & the Loveboats. Fernseh-Junkies wie ich schätzen den Namen, denn der charmant-debile Dauergrinser Captain Stubing (dargestellt von Gavin MacLeod, wer kennt ihn nicht) war der Kapitän des „Love Boat“, dem Vorbild des ZDF-Traumschiffs.

Nachdem ich jahrelang nur über die Band gehört hatte (was ich hörte, gefiel mir!), lernte ich sie durch Zufall persönlich kennen, als sie bei der samstäglichen Abendveranstaltung von Cem Basmans Blogger-Tagung WordCamp 08 vortrefflich aufspielte.

Weiter in der konfusen Assoziationskette: Beim WordCamp hörte ich dank Cem auch zum ersten Mal vom Microblogging-Dienst Twitter, den ich noch Monate später für vollkommen bekloppt hielt.

Irgendwann fing ich aus Neugier selbst an zu twittern, in meinem allerersten „Tweet“ (so nennen wir das) noch mit demonstrativ zur Schau gestellter Ignoranz: >> Vielleicht erfahre ich ja durch aktives Twittern, wofür Twitter gut ist. Selbst erfahrene “Twits” konnten es mir bisher nicht erklären. ;-) << (Damit meinte ich auch Cem, der mir netterweise im Vorfeld einer „Qype Connection“-Sause in der schönen Layback Lounge einen kurzen, aber informativen Einführungskurs gab.)

Damals verstand ich es nicht. Heute, über 1100 eigene „Tweets“ später, ist das anders. Ähnlich wie bei Qype kam es auch bei Twitter zu einem unerwarteten, aber angenehmen Nebeneffekt: Ich knüpfte inspirierende Kontakte – zum Beispiel mit „Boogie / slidetone„, einem Mitstreiter aus der Cpt.-Stubing-Band meines Ex-Kollegen.

Dem Web-2.0.Gedanken folgend, rankt sich um Twitter ein ganzer Mikrokosmos nützlicher Applikationen, mit denen man zusätzlich zu den Mikro-Blogging-Textfragmenten auch ebenso knappe Foto- und Musik-Appetithäppchen verbreiten kann. (Die Grundlagen vermitteln besonders gut die Qyperinnen Shinuna und Kigo.)

Einer dieser Dienste ist BLIP.fm, eine Web-2.0-Radiostation, bei der alle Mitglieder gleichberechtige Programmdirektoren sind. Der erste Künstler, den ich im blip-Angebot von slidetone wahrnahm, war ein Herr namens James Hunter. Aus Boogies Schwärmerei schloss ich, dass Hunter ein schwarzer US-Musiker ist, der spätestens seit den 60er Jahren aktiv ist. Doch weit gefehlt: Der Herr ist ein weißer Brite, der erst 1996 sein erstes Album veröffentlichte.

In dieses Werk und seine drei weiteren habe ich seit der Entdeckung auf BLIP.fm intensiv hineingehört, und ich bin begeistert. Einer meiner Lieblings-Songs erinnerte mich gar an den Soul- und Gospel-„Gott“ Sam Cooke („You Send Me“). Nicht nur James Hunters Gesang, sondern auch der Song an sich war so gut, dass ich spontan annahm, JH interpretiere hier einen mir merkwürdigerweise unbekannten Klassiker aus Cookes Feder. Doch weit gefehlt: Diese ganz spezielle Soul-Perle („It Ain’t Funny“) hat sich das britische Bleichgesicht selbst auf den Leib (bzw. die seelenvolle Stimme) geschrieben.

Fazit: Steht oben. („Wer auf 60er-Jahre-Soul mit saftigen Bläsern, knackigen Gitarren und unter die Haut gehendem Gesang steht, muss sich James Hunter anhören. Unbedingt!“)

Mein Beitrag zu James Hunter – Ich bin PJebsen – auf Qype

Written by Peter Jebsen

11. November 2008 um 0:30

2 Antworten

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  1. Danke für die Blumen;-)

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    Meral

    11. November 2008 at 21:01

  2. Kaum zu glauben, dass die Nummern nicht aus den souligen 60ern herübergerettet wurden, sondern ’neu‘ sind!? Verblüffend authentisch.

    Gefällt mir

    joulupukki

    13. November 2008 at 13:29


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