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Qype: Schanzenfest in Hamburg

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HamburgFreizeit & AusfluegeFeste & Jahrmaerkte

Mit was für Knalldeppen (bzw. in diesem Fall verhinderten Knall-Deppen) sich die Schanze während Events wie dem Schanzenfest herumschlagen muss, wurde mir in der Nacht von Samstag auf Sonntag an der U-Bahn-Station Sternschanze recht aussagekräftig demonstriert.

Da jammerten zwei Randaletouristen darüber, dass es bisher keine Krawalle gegeben habe – zumindest keine, die sie mitbekommen hatten oder, noch besser, an denen sie sich hätten beteiligen können. Frustriertes Fazit: "Vielleicht haben die Bullen dazugelernt – oder wir waren früher frecher!"

Wir vertrieben uns am Samstag vor und nach einem wunderbaren Musikfilm des „Unerhört“-Festivals im 3001 die Zeit beim Schanzenfest. Dabei suchten wir nicht nach Krawall und fanden glücklicherweise auch keinen.

Was wir am Samstag erlebten, war daher für mich nur ein ganz normales Straßenfest. Mit ein paar Ausnahmen: Das Bier war billiger (ab 1 Euro), die Musik weniger „kommerziell“, das Essen abwechslungsreicher, und in den günstigen Preisen war oft auch noch ein Solidaritätsbeitrag für einen Zweck enthalten, den die jeweiligen Verkäufer als unterstützenswert betrachteten. Ist schon recht – mein 3-Euro-Mojito auf dem Schulterblatt war zwar ganz besonders labberig, aber wenigstens diente er der internationalen Solidarität.

Wir verbrachten einen großen Teil des späteren Abends nahe dem netten Reggae-Laden Selekta, bei dem die Bässe des Sound-Systems besonders heftig wummerten, dessen Musik aber am ehesten unseren Geschmack traf.

Dass manche Standbetreiber des Flohmarkts ihre Waren selbst nur als Müll ansahen, merkte man daran, dass die Händler des Standes vor der Eisbande den nicht verkauften Teil ihres Schrotts einfach auf der Straße liegen ließen. Offenbar taugte er nicht mal zur Entsorgung per eBay. Es gab Passanten, die das freute und die die Müllabfuhr ein klein wenig entlasteten, indem sie sich kostenlos bedienten.

Keine normale Straßensause war das Schanzenfest vor allem durch die sporadisch durch die Gegend jagenden Blaulichtkommandos – und durch das schon von pingu37 beschriebene „Wannen-Ballett“, bei dem sich zwei Wasserwerfer beim Wenden gegenseitig ins Gehege kamen. Deren Soundtrack von Martinshörnern und brüllenden Dieselmotoren wurde ergänzt durch die kämpferischen Rufe „freiheitsliebender“ Schanzenfest-Gäste, die aus sicherer Entfernung ihre Kommentare dazu abgaben.

Richtig entspannt finde ich ein Straßenfest in einer solchen Atmosphäre nicht (egal, wer daran Schuld ist), daher gibt’s nur drei Punkte.

Nachtrag: Laut Mopo gab es am Samstag ab 21.05 Uhr rund sieben Stunden lang Ausschreitungen. Auszug aus dem Mopo-Protokoll: „1.20 Uhr: Als Beamte an der Bartelsstraße ein Feuer löschen, werden sie von rund 100 Protestlern angegriffen und mit Flaschen und Steinen beworfen.“

Mein Beitrag zu Schanzenfest – Ich bin PJebsen – auf Qype

Written by Peter Jebsen

8. September 2008 um 9:01

Eine Antwort

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  1. […] auf Platte erschienen, gerade in High Rotation auf Nova Planet und dann auch noch zufällig aufm Schanzenfest vor der Post gehört. Das geht direkt in die […]

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