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Qype: Inflagranti in Trier

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Das muss wohl der Vorführeffekt gewesen sein. Als ich kürzlich mit meiner Freundin in Trier weilte, schlug sie als Treffpunkt für eine Gruppe lokaler Freunde und uns eine ihrer bisherigen Trierer Lieblingskneipen vor: das Inflagranti.

Bei einer vorherigen Stippvisite in Trier hatten die lokalen Freunde das Lokal bestimmt (das „Astarix“:http://www.qype.com/place/1838-Astarix-Trier), das an dem betreffenden Tag leider ebenfalls schwächelte – aber im direkten Vergleich nicht so sehr wie das Inflagranti.

Im Inflagranti, einer auf dem Viehmarktplatz gut platzierten Kneipe, ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Das hatte nur zum Teil mit der schon erwähnten neuen Bedienung zu tun, die wir an einem ihrer ersten Tage erwischt haben und die offensichtlich nicht vernünftig eingearbeitet worden war. Die Hauptfehler beruhten meiner Meinung nach auf genereller Schlampigkeit.

So verfügte die „Speise- und Getränkekarte“ auf unserem Tisch nur über die Blätter mit Speisen, die teilweise doppelt abgeheftet waren. Die Getränke fehlten. Eine Karte vom Nachbartisch, die wir uns selbst besorgten, weil die Bedienung längere Zeit anderswo komplett ausgelastet war, war hingegen vollständig. (Okay, das Problem konnte leicht gelöst werden.)

Die Bedienung konnte mir die Frage, worin die Hauptunterschiede zwischen den offenen Weißweinen (Riesling und Elbling) bestehen, nicht einleuchtend beantworten. Nicht so schlimm, so musste ich beide Weine halt selbst ausprobieren. ;-)

Dann kamen wir zu Bestellung der Hauptspeisen (die beiden Vorspeisen – ein Kichererbsenpüree sowie Aioli – waren okay). Überraschend viele der Speisen von der Standardkarte waren laut Bedienung „aus“, aber wir waren ja flexibel.

Leider war unsere Tischdame entweder A) von der Küche schlecht gebrieft worden oder B) sehr vergesslich: Als alle anderen Gäste an unserem Tisch ihre Hauptgerichte erhielten, fiel der Bedienung plötzlich ein, dass das von meiner Freundin bestellte Ausweichgericht (ihre ursprüngliche Wahl war „aus“) ebenfalls nicht verfügbar war.

Als Alternative wählte meine Freundin spontan eine Speise, die jede halbwegs professionell betriebene Küche in Null-Komma-Nichts hinbekommen sollte; vor allem, wenn es darum geht, eine vorherige Panne auszubügeln: profane Knoblauch-Spaghetti.

Aber Pustekuchen: Die Simpel-Knofi-Pasta erreichte unseren Tisch erst eine halbe Stunde später, als alle anderen Gäste ihr Mahl schon beendet hatten. (Ob die anderen Gäste ihre Speisen mochten, sollten sie selbst berichten – aber ein Trierer Bekannter und ich fanden seine „Pasta-Variation“, die aus drei unterschiedlichen Nudelgerichten bestehen sollte, optisch nicht sehr ansprechend, da die Oberfläche so stark „gratiniert“ (= angekokelt) war, dass man die Unterschiede nicht wirklich erkennen konnte.)

Ich hatte Lamm mit Thymian-Knoblauch-Sauce. Auch die dazu bestellten Kartoffel-„Wedges“ waren wie so vieles andere „aus“, die Alternative (Kroketten) hatte zumindest verlässliche Convenience-Qualität. ;-) Bei der Sauce bin ich mir nicht sicher. Aber: Falls sie selbstgemacht war, schmeckte sie nicht besser als Convenience.

Der Espresso, den ich zum Schluss bestellte, war konsequenterweise einer der schlechtesten, die mir je in Deutschland vorgesetzt wurden.

Eine Zeit lang war ich mir nicht sicher, ob die komplett flatterhaft wirkende (= zitternde) Bedienung nicht zumindest teilweise für das Service-Desaster verantwortlich war. Als ich dann jedoch erlebte, wie sie als neue Servicekraft an unserem Tisch vom Kompagnon der Inflagranti-Chefin übelst angepöbelt wurde (er sah, dass wir gerade zahlten, brüllte die Kellnerin aber in unserer Gegenwart an, dass die Gäste am Nebentisch ebenfalls zahlen wollten), war es offensichtlich, dass das Inflagranti ein Management-Problem hat.

Das wurde noch deutlicher, als ich mich am Ende des Abends kurz in den Keller begab. Die Chefin brüllte in Richtung ihres Kompagnons folgenden Satz (den ich als der Wahrheit verpflichteter Qype-Autor sofort auf einem Bierdeckel notierte ;-) ): _„Ich weiß nicht, was für eine Scheiße die in der Küche machen, aber es ist einfach nicht mehr zu ertragen!“

Da sie die von ihr beschimpften Küchenkräfte als Chefin selbst eingestellt haben dürfte, ist jeder weitere Kommentar überflüssig, oder?

Mein Beitrag zu Inflagranti – Ich bin PJebsen – auf Qype

Written by Peter Jebsen

8. Juli 2008 um 3:26

2 Antworten

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  1. Köstlich. Gleichtzeitig litt ich mit, amüsierte mich beim Lesen dennoch prächtig. Ein schönes Lokal zum verbalen darüber Herfallen !!! ;-)

    Gefällt mir

    berndb

    8. Juli 2008 at 7:25

  2. Ob es hilft, mal die Kochprofis von RTL II hinzuschicken? Oder doch lieber die Mythbusters – mit einem schnieken Sprengstoffexperiment?

    Gefällt mir

    buchstaeblich

    8. Juli 2008 at 10:29


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