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(beta)

„Projekt zensiert“

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Dortmund

Ein Gespräch mit einem Volontär, das ich bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche führte, sowie die interessanten Kommentare zu meinem nr-Beitrag erinnerten mich gerade an die deutsche Version eines bemerkenswerten Projektes aus den USA. Beide Initiativen wollen kontrollieren, wie intensiv die theoretischen Möglichkeiten der „Pressefreiheit“ in die Tat umgesetzt werden.

Als ich 2006 anlässlich der Tagung „Besser Online“ in Berlin [Full Disclosure: ich war an der Organisation beteiligt ;-) ] erstmals von der „Initiative Nachrichtenaufklärung“ hörte, erinnerte die mich sofort an das Project Censored, dessen Forschungsergebnisse ich schon vor WWW-Zeiten in konspirativen CompuServe-Diskussionsforen und Usenet-Gruppen herunterlud. Und später in Buchform kaufte.

Wikipedia liefert eine sehr gute Beschreibung: “ Laut ihrer offiziellen Webseite verfolgt Project Censored die in unabhängigen/alternativen Journalen und Newsletters veröffentlichten Nachrichten. Aus diesen kompiliert die Organisation eine Jahresliste von 25 Nachrichtenartikeln von sozialer Bedeutung, die weitgehend ,übersehen’ wurden, über die nur unzureichend berichtet wurde oder die einer Selbstzensur durch die Hauptnachrichtensender zum Opfer fielen.“

Eine ähnliche Initiative startete der heutige Professor für „Mass Communication“ im Mai 1997 an der Jacobs University Bremen, Peter Ludes, in Siegen. Ihr Sitz wurde laut Wikipedia nach Dortmund verlegt, seit Oktober 2002 koordiniert Professor Horst Pöttker das Projekt am Dortmunder Institut für Journalistik.

Wikipedia listet folgende „Top 10 der vernachlässigten Themen 2006“ auf:

* 1. Fehlende Therapieplätze für Medikamentenabhängige
* 2. Über eine Million politische Gefangene in China – unmenschliche Haftbedingungen und Organhandel?
* 3. Stromfresser Internet
* 4. Biowaffen aus dem Internet
* 5. Wenn Insider Alarm schlagen – Whistleblower haben in Deutschland einen schweren Stand
* 6. Keine Zukunft für die Sahrauis
* 7. MEADS: Auf welche Berater verließ sich die Bundesregierung?
* 8. Agrarsubventionen: EU verhindert rechtzeitige öffentliche Debatte
* 9. Öl-Konzern hintertreibt Klimaschutzpolitik
* 10. Pauschale Bonitätsprüfung

*Jede* Privatperson kann Themen einreichen, und zwar hier.

Wenn ihr also künftig eine „Aufreger-Story“ z. B. in „Panorama“/„Monitor“ seht oder in der „taz“ lest und euch in den folgenden Tagen wundert, warum diese Geschichte von niemandem aufgegriffen wurde, kontaktiert das Pöttker-Team. Oder schweigt für immer! :-)

Mein Beitrag zu Initiative Nachrichtenaufklärung – Ich bin PJebsen – auf Qype

2 Antworten

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  1. Sehr guter Link! Danke dafür.
    Hab beim durchstöbern doch gleich eine schöne Zusammenfassung für die Ursachen der Qualitätsverluste im Journalismus gefunden…

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    joulupukki

    19. Juni 2008 at 0:30

  2. @Jou: Die beiden in der Zusammenfassung genannten individuellen Quellen (die *lers) kenne ich persönlich … deren Darstellung ist glaubwürdig.

    Gefällt mir

    pjebsen

    19. Juni 2008 at 3:22


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