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Kinoprovinz Hamburg

with 6 comments

So schön das Filmfest Hamburg und das Fantasy Filmfest mit ihren Originalfassungen sind: Seit dem 27. März 2008, als der Grindel UFA Palast geschlossen wurde, ist Hamburg endgültig düsterste Kinoprovinz.

Wie die Originalfassungs-Übersicht des vortrefflichen Kino-Fahrplans Hamburg zeigt, gibt es noch keinen Ersatz fürs Grindel-UFA (das ja seinerzeit selbst nur fürs geschlossene City-Kino in die Bresche sprang, ein paar Infos stehen hier). Derzeit laufen nur die üblichen „kleineren“ Filme in den üblichen Programmkinos, wo sie schon immer zu sehen waren. „Größere“ Filme werden nur noch verstümmelt gezeigt, also mit deutscher Synchronisierung.

Im ewigen Zweikampf Hamburg vs. Berlin, wie ihn Qype-Mitarbeiter Sven Dietrich in seinem unterhaltsamen Blog pop64.de thematisiert, gebührt Hamburg daher ein Riesen-Minuspunkt. Denn an der Spree gibt es unter anderem das Cinestar SonyCenter mit acht großen, modern ausgestatteten Sälen, in denen fast ausschließlich Hollywood-Blockbuster mit den unverfälschten Stimmen der Schauspieler genossen werden können. Einer meiner absoluten Berliner Lieblingsplätze!

Allein morgen (Donnerstag, 1. Mai) sind dort folgende Filme zu sehen: „21“, „Vantage Point“, „ Be Kind Rewind“, „Wedding Daze“, „Charlie Wilson’s War“, „The Red Baron“, „The Savages“, „The Other Boleyn Girl”, “Fool’s Gold”, “Horton Hears a Who”, “Iron Man”, “Jumper”, “Juno”, “Michael Clayton”, “No Country for Old Men”, “Outsourced”, “Shine a Light”, “Street Kings”, “There will be Blood”, “Before the Devil Knows You’re Dead”, “Untraceable”.

Das sind fast alles Filme, deren Originalversionen dem Hamburger Publikum vorenthalten bleiben. Der Hamburger muss halt wie die Einwohner anderer Provinzstädte auf die DVD-Veröffentlichung warten.

Written by Peter Jebsen

30. April 2008 um 14:24

6 Antworten

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  1. Was hältst Du von einer privat organisierten Veranstaltung mit Filmen in Originalfassung, z.B. im CineClub im Celsiusweg? Die Betreiber Gary und Barney lassen sich dafür sicher begeistern…

    Ich biete z.B. gern DVDs zum Thema ‚Philip K. Dick‘:
    – Blade Runner (Director’s Cut)
    – Minority Report
    – Paycheck
    – A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm
    – Screamers – Tödliche Schreie
    – Next

    Oder auch U-Bahn-Filme, z.B. ‚Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123‘ :-)

    Ich könnte mir Double-Feature-Abende vorstellen, mit wild zusammengestellten Filmen.

    Was meinst Du?

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    Peter Claus Lamprecht

    1. Mai 2008 at 12:51

  2. @Peter Claus Lamprecht: Interessante Idee! (Hast du eine Idee, was die Rechteinhaber bei solchen Vorführungen verlangen?)

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    pjebsen

    1. Mai 2008 at 23:12

  3. @pjebsen: Gary vom CineClub teilte mir mit, dass sich eine öffentliche Vorführung nicht rechnen würde. Also muss man es als private Veranstaltung oder wie eine Party aufziehen. Der Gastgeber bringt seine eigenen Filme mit und zahlt für die Raummiete. Auf welche Weise er das Geld von seinen Gästen zurückbekommt, habe ich mir noch nicht ausgedacht…

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    Peter Claus Lamprecht

    2. Mai 2008 at 8:33

  4. 3 Anmerkungen:

    Seit 10 Jahren treffe ich mich mit einem recht konstanten Freudeskreis wöchentlich zum Filmgucken. Das geht reihum, der jeweilige Gastgeber stellt Getränke und obligatorisches Knabberzeug und darf bestimmen, welcher Film geguckt wird. Da gibt es keine Diskussion, der einzige Einwand, auf den eingegangen wird, lautet: „Kenn ich schon“. Originalfassungen sind selbstverständlich. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen.

    Dann sei darauf hingewiesen, dass das Streits gerade begonnen hat, Originalfassungen zu zeigen. Diese Woche den neuen „Indiana Jones“ und „Sex And The City“.

    Und außerdem hier ein Hinweis auf meinen Kinoblog, in dem wöchentlich ein Blick auf die Filme geworfen wird, die den Weg in unsere Kinoprovinz geschafft haben. Titel: „In der Kinoprovinz“

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    Gunnar

    29. Mai 2008 at 15:34

  5. Als 2001 das City am Steindamm geschlossen hat, war mir klar, dass es mit Kino in Hamburg nichts mehr ist.

    Also haben jetzt statt dessen japanische Hersteller von Unterhaltungselektronik das Geld bekommen, das sonst für einige Jahrzehnte an Kinobesuchen ausgegeben worden wäre.

    Die DVD taugt nicht fürs Großbild, aber seit 3-4 Jahren sind aus den USA massenhaft HD-Fassungen (D-VHS, Fernsehübertragungen) verfügbar. Inzwischen kamen HD-DVD und BluRay mit einer nochmals gesteigerten Qualität hinzu.
    Damit kann man jetzt tatsächlich ganz gut aufs Kino verzichten in der Provinz Hamburg. Auch wenn es schade ist.

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    Nj

    13. Juni 2008 at 15:27

  6. […] By pjebsen Hamburg, als Kinostadt im Vergleich zu Berlin schon länger tiefste Provinz, wird jetzt auch in einem anderen Bereich noch ein bisschen kleinstädtischer. Während in Berlin […]

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