Baltic Soul Weekender 2008: So war’s

WangelsKunst & KulturMusik

Der zweite Baltic Soul Weekender (Freitag, 25. April, bis Sonntag, 27. April) hat den ersten im März 2007 noch übertroffen. Und das teilweise ohne Zutun der Organisatoren: Während einem im vergangenen Jahr an der Ostsee eisige Winde um die Nase pfiffen, dominierten am vergangenen Wochenende sonnige Temperaturen um die 20 Grad. Da lohnte es sich sogar, am Weißenhäuser Strand während der wenigen Weekender-Pausen einen Strandkorb zu mieten.

Ansonsten war es wieder ein wahres Funk- und Soul-Fest. Einer der besonderen Höhepunkte war wie im vergangenen Jahr der Auftritt der Soul-Veteranin Ann Sexton (58). So bitter ihre ca. 30-jährige Konzertpause für sie persönlich gewesen sein mag: Die Bühnenabstinenz ist ihrer Stimme offenbar gut bekommen. Sie klingt so jung, so frisch wie auf ihren ’70er-Jahre-Singles. Sinnlicher Soul-Schmelz vom Feinsten!

Mit gnadenlosen Grooves und wummerndem Funk-Bass zelebrierte die seit knapp 40 Jahren bestehende Fatback Band ihren allerersten Auftritt in Deutschland. Die lokalen Fans feierten mit, 20 davon ließen sich auf der Bühne die Tanzschritte des Fatback-Hits „(Are You Ready) Do the Bus Stop“ beibringen.

Fatback Band at Baltic Soul Weekender

Die Temptations warteten mit einem „Neuling“ auf, Frontmann Richard Street ist nämlich „erst“ seit 1971 dabei. Heute ist er aber das dienstälteste Mitglied des Quintetts, das beim Weekender nur zu viert auftrat – „der Depp hat den Flieger verpasst,“ meinte Street über den fehlenden Kollegen. Sie präsentierten ihre Klassiker (plus, zur Freude der anwesenden P-Funk-Fans, George Clintons „Atomic Dog“) sehr showlastig, im Las-Vegas-Stil.

Alexander O’Neal ließ lang auf sich warten und improvisierte größtenteils einfach drauflos („Ich nehme das alles nicht so ernst – ist ja keine Gehirnchirurgie!“). Die magischste halbe Stunde des Weekenders begann am Sonntag gegen drei Uhr morgens. Da stürmte ein Großteil der restlichen Live-Acts die Bühne und legte mit O’Neal eine unglaubliche Funk-Jam-Session hin, von Sly Stone bis P-Funk.

Die wahren Helden waren für mich die Herren und Damen des eigens fürs Festival zusammengestellten Baltic Soul Orchestra, die einen Großteil der Weekender-Künstler extrem kompetent, aufmerksam und improvisationsfreudig begleiteten. Ein englischer Blogger hat nachgezählt: Die Herren und Damen um Schlagzeuger und „Musical Director“ Andrew McGuinness haben fürs Wochenende insgesamt rund 70 Songs gespielt!

Und das teilweise ohne große Vorbereitung – als Andrew auf dem Weg von einer Bühne zur nächsten an uns vorbeieilte, erzählte er, die Temptations habe er erst am Nachmittag vorm Auftritt zum ersten Mal getroffen. Man hörte es nicht – von Anfang bis Ende eine Spitzenleistung!

Wer die bisherigen Weekender verpasst hat, der hat 2009 eine weitere Chance: Das dritte Ostseefestival findet vom 24. bis 26. April 2009 statt.

Tipp für anreisende Paare: Die Ein-Zimmer-Ferienwohnungen für zwei Personen haben unglaublich dämlich (nämlich L-förmig) angeordnete Betten, die man nicht zusammenschieben kann. Echte Doppelbetten gibt es nur in den Hotelzimmern und den größeren Ferienwohnungen.

Ursprünglicher Qype-Beitrag vom 22. 10. 2007: Ich habe gerade gesehen, dass der Termin fur den zweiten Baltic Soul Weekender festzustehen scheint: Freitag, 25. April, bis Sonntag, 27. April 2008.

Der erste Weekender fand im März 2007 im Ostsee-Ferienpark Weißenhäuser Strand statt – absolut großartig!

Der Preis fürs komplette Wochenende (ab 99 Euro pro Person) beinhaltete die Übernachtung und alle Club-Events, die im Ferienpark liefen. In vier Sälen traten 15 Live-Acts und über 50 DJs auf, die Soul, Funk & Co. auflegten.

Meine persönlichen Live-Favoriten waren der wunderbare Roy Ayers sowie Soul-Veteranin Ann Sexton, die nach Jahrzehnten Pause ein fulminantes Comeback feierte.

Ebenfalls dabei: Marva Whitney, Joy Denalane, Carl Keaton Jr., Omar, Charme-Bolzen Junior Giscombe (“Mama Used to Say”), Erobique, Jeff Hendrick, James Kakande und Ngone.

Unter den DJs sind vor allem Mousse T., Smudo (Die Fantastischen Vier), Boris Dlugosch, Disco Boys und Hans Nieswandt hervorzuheben.

In den Hotelzimmern lief das Baltic-Soul-Radio; und wer dann doch mal kurz pausieren wollte, konnte auf dem Ostseestrand spazieren gehen oder im Hallenbad des Ostseeparks planschen. Das Wochenende des Jahres!

Mein Beitrag zu Baltic Soul Weekender – Ich bin PJebsen – auf Qype

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3 Antworten to “Baltic Soul Weekender 2008: So war’s”

  1. Morgen startet der Baltic Soul Weekender 2009 #bsw2009 « www.Sozialgeschnatter.de Says:

    [...] Fotos aus 2007 und 2008 gibt’s bei flickr, einen Bericht über die beiden ersten Soul-Weekender in einem älteren Blog-Beitrag. [...]

  2. Baltic Soul 2011: Das Soul- und Funk-Fest des Jahres « www.Sozialgeschnatter.de Says:

    [...] noch nicht überzeugt? Hier sind meine Berichte aus den Jahren 2007 und 2008 sowie diverse [...]

  3. Umfrage für Mai 2014: Baltic Soul Weekender oder ELBJAZZ? | www.Sozialgeschnatter.de Says:

    […] Frühere Blogbeiträge Baltic Soul 2011: Das Soul- und Funk-Fest des Jahres Baltic Soul Weekender 2009: Life’s a Beach Morgen startet der Baltic Soul Weekender 2009 Baltic Soul Weekender 2008: So war’s […]

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