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Qype: Landhaus Dill, Ottensen, Hamburg

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Auf dem Papier las es sich vielversprechend: Der Kärntner Sternekoch Josef Viehhauser, der seit dem Aus seines Restaurants Le Canard (Elbchaussee) im Jahr 2004 nur noch sporadisch in Erscheinung tritt, wollte anlässlich des 32. Geburtstags des Landhauses Dill „seine Kochklassiker“ servieren. Fünf Gänge für 39,50 Euro, klang nach gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. (Auf dem Papier.)

Ich war mit einem guten Freund dort (einem Journalisten-Kollegen und Hobbykoch). Unser Fazit: ein Abend mit hohem Potenzial, der leider hinter seinen Möglichkeiten zurückblieb.

Das lag nicht nur an der Küche, sondern auch am Service des Landhauses Dill. Wie auch einige andere Gäste an den Nebentischen mussten wir mehrmals einem
hektischen Kellner signalisieren, dass wir gern einen Getränkewunsch äußern würden. Eine gute Viertelstunde nach unserem Eintreffen ergatterten wir so zumindest eine Flasche Wasser. Für den Wein sei er nicht zuständig, meinte unser Erstbetreuer, darum kümmere sich der Chef (Volkmar Preis). Der kam 10, 15 Minuten später vorbei, sodass wir „schon“ 40 Minuten nach der Ankunft mit den Tropfen unserer Wahl versorgt wurden.

Als Amuse-Gueule (Gruß aus der Küche) wurde ein Stück Entenleberpastete von fast „fluffiger“ Konsistenz gereicht. Die gehört nicht zu meinen Lieblingsgerichten, war aber hervorragend umgesetzt (soweit ich das beurteilen kann).

Landhaus Dill: Rote-Bete-Carpaccio

Landhaus Dill: Rote-Beete-Carpaccio

Erster Gang: „Rote-Bete-Carpaccio mit weißem Rettichsalat und Jakobsmuscheln mit frischem geriebenem Meerrettich“
Die angebratenen Muscheln waren solo das Highlight, aber der Rest der Zutaten konnte nicht punkten; egal, in welchen Kombinationen wir sie aßen.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir brotlos. Den ersten Korb mit eher unspektakulärem Weißbrot hatten wir beim Stippen eines vorm Amuse-Gueule gereichten Dips aufgebraucht. Das nachgelegte Brot war vortrefflich – nicht trocken wie die erste Fuhre, sondern außen knusprig und innen buttrig-weich.

Landhaus Dill: Seesaiblingsfilet mit weißem Bohnenpüree und Ingwersauce

Landhaus Dill: Seesaiblingsfilet mit weißem Bohnenpüree und Ingwersauce

Zweiter Gang: „Seesaiblingsfilet mit weißem Bohnenpüree und Ingwersauce“
Auf den ersten Blick sehr puristisch angerichtet, aber überraschend stimmig. Die Ingwersauce fügte dem Fisch einen angeschärften Kick hinzu. Das Bohnenpüree hätte auch allein, also ohne Fisch, bestehen können; zum Beispiel als leckerer Dip.

Landhaus Dill: Ragout von Schwarzwurzeln, Karotten und Hummer

Landhaus Dill: Ragout von Schwarzwurzeln, Karotten und Hummer

Dritter Gang: „Ragout von Schwarzwurzeln, Karotten und Hummer“
Was uns der Koch mit diesem Gang sagen wollte, hat sich mir/uns nicht erschlossen. Die Schwarzwurzeln und Karotten schmeckten „verwechselbar“, die (ungewürzten) Hummerstücke schmeckten nach … Hummer, und die Sauce war geschmacklich nicht einzuordnen.

Landhaus Dill: Geschmorter Kalbstafelspitz ,Bordelaise’

Landhaus Dill: Geschmorter Kalbstafelspitz ,Bordelaise’

Vierter Gang: „Geschmorter Kalbstafelspitz ,Bordelaise’ mit Perlzwiebeln, Champignons und Stampfkartoffeln“
Die Champignons versteckten sich schüchtern, und die Stampfkartoffeln kamen als nicht weiter aufgebrezelte pürierte Erdäpfel daher. Aber der Tafelspitz war wunderbar, zum Zerteilen reichte die Gabel. Die Sauce war vom hinzugefügten Wein dominiert, was für mich den positiven Gesamteindruck aber nicht wesentlich trübte.

Landhaus Dill: Warmes Schokoladensoufflé

Landhaus Dill: Warmes Schokoladensoufflé

Dessert: „Warmes Schokoladensoufflé mit Rieslingsabayon und Walnusseis“
Das Soufflé war keins, sondern eher ein Schoko-Muffin (allerdings ein ziemlich trockenes). Die Riesling-Sabayon war großartig, das Walnusseis hingegen nicht wirklich bahnbrechend. (Im direkten Vergleich würde ich dem gestrigen Walnusseis drei Sterne geben, dem sehr viel sahnigeren ALDI-Nord-Mucci-Walnusseis vier Sterne.)

Am Ende des Abends machte Josef Viehhauser die Runde durchs Dill und holte sich Feedback zu seinem Menü. Einem benachbarten Paar, das den Abend über häufig mal untereinander an den Speisen herummäkelte, hatte alles dann doch ganz plötzlich hervorragend geschmeckt.

Beim Abschied dankte uns Dill-Chef Volkmar Preis für unsere Geduld – wahrscheinlich hatte er mitbekommen, dass einiges nicht optimal gelaufen war. Aber als „Entschuldigung“/Motivation für den nächsten Besuch gab es nur einen verbindlichen Händedruck. Das ist angesichts einer Rechnung von rund 130 Euro für zwei nicht wirklich zufrieden gestellte Kunden vielleicht etwas wenig. (Da lobe ich mir die griechischen, türkischen und italienischen Restaurants dieser Welt, die nicht nur unzufriedenen, sondern auch zufriedenen Kunden generell einen Ouzo, Raki oder Sambuca aufs Haus ausgeben! ;-) )

Mein Beitrag zu Landhaus Dill – Ich bin PJebsen – auf Qype

Written by Peter Jebsen

7. März 2008 um 18:45

Eine Antwort

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  1. […] (wobei meine “Momentaufnahmen” nicht repräsentativ sein mögen): Restaurant Kleinhuis Landhaus Dill […]

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