www.Sozialgeschnatter.de

(beta)

Qype: Café Extrablatt in Heidelberg

leave a comment »

HeidelbergCafesCafes

Mein Fazit gleich vorweg: Wer unter Cocktails etwas anderes versteht als zuckrigen Fruchtsaft mit einem Spritzer Alkohol, der sollte in der Heidelberger Filiale der Franchise-Kette Café Extrablatt die Finger davon lassen.

Ich höre Fans des Ladens sagen: „Moooment – du kannst dieses sympathische Altstadt-Café doch nicht an amtlichen Cocktail-Bars messen!“ Das tue ich auch nicht. Das Extrablatt erweckte aber durch eine Extra-Karte mit dem Titel „Cocktail Connection“ und mit circa 30 lecker klingenden Mixgetränken den Eindruck, zumindest eine gewisse Cocktail-Kompetenz zu besitzen.

Um den nächsten möglichen Einwand gleich auch noch zu entkräften („Haaallooo, die Cocktails werden doch zum Aktionspreis von nur 4,50 Euro angeboten!“): Selbst 4,50 Euro sind für das, was das Extrablatt abliefert, noch zu viel.

Hier also mein heutiger Beitrag zum Thema „Servicewüste Deutschland“: ;-)

Am Wochenende landete ich mit einer Gruppe von Kollegen im Extrablatt, weil ortskundige Mittrinker die Läden, die sie uns eigentlich empfehlen wollten, nicht gefunden hatten.

Ich bestellte einen Planter’s Punch. Was ich erhielt, hatte nicht im Entferntesten etwas damit zu tun, was ich jemals unter diesem Namen erhalten oder (als ambitionierter Hobby-Mixer) selbst zusammengeshaket habe.

Kann ja mal passieren. Ich ging also zum Herrn an der Bar und bot ihm einen Deal an: Er möge den Planter’s Punch, an dem ich nur kurz per Strohhalm genippt hatte, selbst mal probieren. Wenn er ihm schmecke, würde ich ihm den Cocktail ausgeben. Wenn nicht, möge er ihn bitte nach besten Kräften nachbessern.

Der Barmann entgegnete, er trinke keine Cocktails und verlasse sich daher auf die vorgegebenen Rezepte. Ich entgegnete ihm, dass meiner bescheidenen Meinung nach Küchenchefs und Barleute eins gemeinsam haben: Sie sollten alle Speisen resp. Getränke, die ihre Küche resp. Bar verlassen, kennen und bestenfalls auch selbst kontrollieren. Der Mann in Heidelberg sah das anders. Er habe genug Leute, die ihm sagen würden, ob seine Cocktails schmeckten.

Da er, wie gesagt, Cocktails nicht zu beurteilen vermochte, fragte er mich, wie er den Planter’s Punch denn verbessern könne. Ich schlug vor, dass der Cocktail zumindest eine Anmutung von Alkoholgehalt vermitteln möge. Also kippte er den nächstbesten gerade herumstehenden Rum nach. Um die süße Fruchtsaftplörre zu überdecken, bat ich zudem um einen Spritzer Angostura Bitter – kein Exotensprit, sondern eine Standardzutat, ohne die man eine ernsthafte Bar nicht betreiben kann. Antwort (sinngemäß): „Hamwanich!“

Als ich später dem Kellner gegenüber meine Verwunderung darüber ausdrückte, wie niedrig die eigenen Qualitätsansprüche an die „Cocktail Connection“ zu sein scheinen, bat er um Verständnis: „Wir bieten rund um die Uhr Cocktails an. Da kann nicht jeder Mensch an der Bar gleich viel Ahnung haben.“ (Wir waren gegen 23 Uhr im Laden; eine Zeit, in der Cocktail-Bestellungen durchaus schon mal häufiger vorkommen dürften.)

Als wir fragten, ob er für eine solche Einstellung nicht häufiger Kritik ernten würde, meinte er, dass er die Kritik nicht an sich heranlasse: „Ich versuche halt, über den Dingen zu stehen!“ Damit war der Fall für ihn erledigt. Und für mich das Extrablatt; egal, wo. ;-)
Mein Beitrag zu Café Extrablatt – Ich bin PJebsen – auf Qype

Written by Peter Jebsen

1. Oktober 2007 um 12:00

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: