Oder: Wasser predigen, Wein saufen – Klauen und Hauen für die gute Sache
Bei Facebook gibt es eine Urheberrechtsaktivistin namens Jeannette Annina Chung (Ehefrau des Ex-Einstürzende-Neubauten-Musikers Mark Chung), die in mehreren Facebook-Gruppen (u. a. “PRO-Urheberrecht” und “Urheberrecht & Internet”) vehement und streitlustig für ihr Anliegen kämpft.
Selbst nimmt sie es mit dem Urheberrecht nicht so genau: Sie kopierte einen Beitrag aus der geschlossenen Gruppe “Urheberrecht & Internet” fast in voller Länge in ein Dokument der Gruppe “SPD neue Netzpolitik” (Titel: “Wertschöpfung für elektronische Musiker”), ohne vorher die Genehmigung des Autors einzuholen. Als der das monierte, versuchte sie sich mit einem Verweis aufs Zitatrecht herauszureden – das natürlich beim Kopieren kompletter Texte ohne eigenen Kommentar nicht anwendbar ist. (Der Autor gab am nächsten Tag sein Einverständnis, das ändert aber nichts an der ursprünglichen Urheberrechtsverletzung.)
Der Fachbegriff für das “Fordern von Verhaltensformen, die selbst nicht eingehalten werden” (Wikipedia) ist Hypokrisie (Heuchelei). (weiterlesen…)
Screenshot von Handelsblatt de (16.02.2013, 19:15 Uhr)
Amazon.de ist spätestens seit der ARD-Reportage “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon” vom 13.02.2013 nicht mehr der ganz große Sympathieträger des eCommerce und musste sich nach der Ausstrahlung mit einem Shitstorm auseinandersetzen. Heute gab es eine Mini-Fortsetzung, die aber statt mit Schwarm-Intelligenz eher mit Schwarm-Faulheit zu tun hat.
Per Twitter und Facebook wurde entrüstet die Handelsblatt-Geschichte “Bei Amazon verdient die NPD mit” verbreitet – was manche mit dem Hinweis verbanden, dass man Amazon doch jetzt endgültig boykottieren solle. (weiterlesen…)
Wegen eines falschen Missbrauchsvorwurfs gegen einen früheren Politiker musste gestern BBC-Chef George Entwistle zurücktreten (u. a. ZEIT Online berichtete). Bemerkenswert ist, wie die BBC mit dem Fall umging: John Humphrys, Moderator von BBC Radio 4, demontierte gestern vor dessen Rücktritt seinen eigenen Chef in einem gnadenlosen Interview. Entwistle musste sich zahlreiche für ihn sehr peinliche Fragen stellen lassen, etwa: “Do you not read the papers?” Das Anhören lohnt sich! Ansonsten gibt es hier auch eine Abschrift. (weiterlesen…)
Ich habe den „Shit Storm“, den Journalismusprofessor Jeff „Fuck you, Washington!“ Jarvis in der Nacht von Samstag auf Sonntag per Twitter startete, live miterlebt. Und fühlte mich sofort an Howard Beales berühmte Ansprache in Sidney Lumets Mediensatire „Network“ erinnert:
Bemerkenswert, wie hier Christoph Steegmans, Stellvertretender Sprecher der Bundesregierung, die Fassung behält (nachzulesen bei Carta).
Klasse ist auch Sabine Adler, die wissen will, ob man jetzt Land für Land nach Reiseplänen fragen muss (12:06). Als Steegmans der Dame ihren Job erklärt, antwortet die Politikjournalistin des Jahres: “Wieder was gelernt! Danke.”
Hier ist fast schon Fremdschämen angesagt. (weiterlesen…)
Noch knapp zweieinhalb Stunden habt ihr Zeit (bis zum 24. Dezember 2010 um 14 Uhr), dann werden die Wahlurnen versiegelt und der Stimmauszählung zugeführt: Twitkrit ermittelt gerade den Tweet des Jahres.
Am Freitag bekam ich am Rande des barcamp Hamburg 2010 eines der witzigsten Twitter-Mems mit, das am Samstagabend sogar Thema einer eigenen Session war: die #einbuchstabedanebentiere. (Update: Es gibt aufgrund eines Rechtschreibfehlers noch einen zweiten Hashtag, nämlich #einbuchstabendanebentiere.)