Oder: Wasser predigen, Wein saufen – Klauen und Hauen für die gute Sache
Bei Facebook gibt es eine Urheberrechtsaktivistin namens Jeannette Annina Chung (Ehefrau des Ex-Einstürzende-Neubauten-Musikers Mark Chung), die in mehreren Facebook-Gruppen (u. a. “PRO-Urheberrecht” und “Urheberrecht & Internet”) vehement und streitlustig für ihr Anliegen kämpft.
Selbst nimmt sie es mit dem Urheberrecht nicht so genau: Sie kopierte einen Beitrag aus der geschlossenen Gruppe “Urheberrecht & Internet” fast in voller Länge in ein Dokument der Gruppe “SPD neue Netzpolitik” (Titel: “Wertschöpfung für elektronische Musiker”), ohne vorher die Genehmigung des Autors einzuholen. Als der das monierte, versuchte sie sich mit einem Verweis aufs Zitatrecht herauszureden – das natürlich beim Kopieren kompletter Texte ohne eigenen Kommentar nicht anwendbar ist. (Der Autor gab am nächsten Tag sein Einverständnis, das ändert aber nichts an der ursprünglichen Urheberrechtsverletzung.)
Der Fachbegriff für das “Fordern von Verhaltensformen, die selbst nicht eingehalten werden” (Wikipedia) ist Hypokrisie (Heuchelei). (weiterlesen…)
Lese gerade in der Cocktailbar meines Vertrauens die Montags-Digitalausgabe der Süddeutschen. Der Artikel “Beratungen über Wulff-Nachfolge: Streit über Gauck” enthält folgende lustige Passage: (weiterlesen…)
Carmen Miosga: “Warum haben Sie denn damals nicht für Gauck gestimmt?”
Philipp Rösler: “Weil man es damals nicht getan hat, hat man jetzt die Chance, für ihn zu stimmen.” (weiterlesen…)
>> Insgesamt belaufen sich die Ausgaben des Bundespräsidenten auf etwa 4,6 Millionen Euro jährlich. (…) Für Personal und Verwaltung sind insgesamt Ausgaben in Höhe von knapp 18 Millionen Euro jährlich veranschlagt. 87 Beamte und 80 sonstige Arbeitnehmer werden für Wulff arbeiten. << (dpa/tagblatt.de am 2. Juli 2010)
Ich habe den „Shit Storm“, den Journalismusprofessor Jeff „Fuck you, Washington!“ Jarvis in der Nacht von Samstag auf Sonntag per Twitter startete, live miterlebt. Und fühlte mich sofort an Howard Beales berühmte Ansprache in Sidney Lumets Mediensatire „Network“ erinnert:
Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche verleiht jedes Jahr den Negativpreis Verschlossene Auster für den „Informationsblockierer des Jahres“. Am Samstag ging diese Auszeichnung an die vier großen Stromkonzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall (Begründung hier).
Interessanterweise fehlte in der auf sueddeutsche.de dokumentierten Laudatio die Passage, mit der Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) am Samstag Nachmittag im Hamburger NDR-Konferenzzentrum einen der größten Lacher erzielte: Er merkte nämlich an, es habe, am Vorabend Debatten darüber gegeben, ob die Verschlossene Auster nicht ans Netzwerk Recherche selbst gehen sollte. (weiterlesen…)
Mit gewohnter Bissigkeit präsentierte sich der 83-jährige Literaturnobelpreisträger Günter Grass am Samstag als Gastredner der Jahreskonferenz 2011 des Netzwerks Recherche. (weiterlesen…)
Es ist sicherlich eine besondere Herausforderung, in einem wöchentlichen Print-Magazin angemessen über eine unübersichtliche Situation wie in Ägypten zu berichten. Dennoch: Etwas mehr Mühe hätte sich DER SPIEGEL in der noch aktuellen Ausgabe (Nr. 6/7. 2. 11) schon geben können.
Er verplempert eine komplette Seite (S. 82, leider nicht frei online) auf ein Interview mit dem republikanischen US-Senator John McCain, ohne ihn auch nur andeutungsweise zu fragen, wie er heute die jahrzehntelange finanzielle und militärische Unterstützung von Muhammad Husni Mubaraks Regime durch die USA beurteile. (Das Handelsblatt nennt heute wieder die bekannte Zahl: „Washington unterstützt das ägyptische Militär mit jährlich 1,3 Milliarden Dollar.“) (weiterlesen…)
A few weeks ago, there has been a silly uproar in Germany about candid statements by U.S. diplomats regarding local politicians which were ‘leaked’ by WikiLeaks.
Those ‘revelations’ had little news value. Anybody of sound mind already knew that Chancellor Angela Merkel is an aimless opportunist, and that Foreign Minister/Vice Chancellor Guido Westerwelle is a windbag. (weiterlesen…)