Fortsetzung des Beitrags “Meine 15 Lieblingsalben (2/3 – 1978-1982)”:
1987 Public Enemy, Yo! Bum Rush the Show (Video)
Was die Energie und die unterschwellige Aggression anbetraf, waren Public Enemy Rock. Es war nur folgerichtig, dass sie später zum Beispiel zusammen mit Henry Rollins auftraten. Ihren jüngsten Auftritt, den ich vor ein paar Monaten in der Großen Freiheit erlebte, absolvierten sie mit einem Power-Trio (Gitarre, Bass und Schlagzeug). Auch Rock-Fans ohne Scheuklappen hätten ihren Spaß gehabt.
1988 Thomas Dolby, Aliens Ate My Buick (Video)
1989 Quincy Jones, Back on the Block (Video)
„Back on the Block“ war in der Umsetzung genauso gut, wie es sich auf dem Papier las: ein Gemeinschaftswerk über die Genres hinweg, mit Jazzern wie Dizzy Gillespie und Joe Zawinul über SängerInnen wie Sarah Vaughan und Al Jarreau bis hin zu Rappern wie Ice-T und Melle Mel.
Damals machte ich mein erstes Interview mit Quincy Jones. Ich war gerade auf Tournee mit George Clinton & Parliament/Funkadelic; und wie der Zufall so spielte, wurde mir das Interview genau an dem einen Tag angeboten, an dem der P.Funk-Zirkus in Hamburg pausierte. Ich nutzte das für einen Abstecher nach Frankfurt, mit zahlreichen Respektbezeugungen der P.Funk-Musiker für Quincy Jones im Handgepäck.
Der kam in Person als der Sympathieträger herüber, als den ihn jeder der zahlreichen Studiomusiker in Los Angeles beschrieb, die ich im Lauf der Jahre interviewt hatte – warmherzig, eloquent, gedanklich und musikalisch offen.
1994 Paris, Guerrilla Funk (Video)
2004 Original Soundtrack, Main Hoon Na (Video)
Ihr eigener Film, für den sie auch das Drehbuch geschrieben hat, ist eine irre und zugleich witzige, spannende und anrührende Mischung aus Schulhofklamotten wie “Grease” und “Feuerzangenbowle”, Terroristen-Thriller, “Matrix”, Liebeskomödie und Familiendrama. Und alle 20, 30 Minuten wird gesungen und getanzt.
Klingt etwas zu abgefahren? Ist es überhaupt nicht! Ich habe schon viele FreundInnen, die glaubten, nicht auf Bollywood zu stehen, ins Kino geschleppt oder zum DVD-Anschauen genötigt. Jede(r) von ihnen war hinterher begeistert. Und für mich ist „Main Hoon Na“ nach weit über 100 indischen Filmen immer noch mein Bollywood-Favorit, sowie einer meiner persönlichen Lieblingsfilme aller Zeiten.
Der Soundtrack kann auch ohne den Film bestehen – es ist tanzbare, vielschichtige, stimmungsvolle, perkussive Pop-Musik. Kurz nach dem damaligen Filmfest weilte ich dienstlich in Hong Kong und machte einen Abstecher nach Kowloon. Im Erdgeschoss der Chung King Mansions, einer Ansammlung verranzter Billigabsteigen, entdeckte ich die Soundtrack-CD in einem der zahlreichen indischen DVD-Läden. Ich hörte sie im Hotelzimmer rauf und runter – und habe sie heute immer noch nicht satt.
Seitdem sammle ich nicht nur indische Filme (und besuche regelmäßig indische Filmfestivals in Stuttgart und Florenz), sondern auch Bollywood-Soundtracks. Die sind nämlich teilweise richtig funky. Interessierten Einsteigern empfehle ich den wunderbaren Soundtrack von “Slumdog Millionaire”, der wie viele meiner Lieblings-Filmmusiken von Großmeister A.R. Rahman stammt.
Schlagwörter: a.r. rahman, aliens ate my buick, back on the block, Bollywood, guerrilla funk, main hoon na, paris, Public Enemy, quincy jones, slumdog millionaire, stöckchen, thomas dolby, Yo! Bum Rush the Show





4. März 2009 um 9:16 |
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5. März 2009 um 8:47 |
Eine Lehrstunde in schwarzer Musik, vielen Dank dafür!
5. März 2009 um 12:12 |
Absolute Spitzenklasse, ganz tolle Arbeit. Werde auch mal wieder in meinen alten LP’s herumstöbern.
Neville Brothers, starke Musik. Gerade habe ich “Yellow Moon” ausgegraben.
Udo’s alte WSerke stehen natürlich auch im Schrank.
Vielen Dank für Deine Geschichten.
30. Juni 2009 um 19:03 |
[...] I mentioned in my (German) blog post about the 15 albums which had the greatest impact on me, I once experienced ‘the best of both worlds’ on one single day: In 1989, I was on tour with [...]
15. Juli 2009 um 8:38 |
[...] a more detailed praise of Public Enemy, check out “Meine 15 Lieblingsalben (3/3 – 1987-2004)” (in case you read [...]