Qype: „Firmenpolitik: Nutzer weniger wichtig als Firmen?“

By pjebsen

Die Frage in der Überschrift, die ich einer Diskussion in der Qype-Gruppe Qype Qontrovers entlieh, ist natürlich rein rhetorischer Natur.

Die Gründe, warum ich Qype weiterhin schätze, sind dieselben, die ich anlässlich meines 500. Qype-Beitrags beschrieb.

Dennoch hat die oben zitierte Frage einen berechtigten Kern. Als Beispiel dieser aktuelle Fall:

In meinem Blog-Beitrag „Wenn Gastronomen nicht mit Kritik umgehen können“ bezog ich mich auf die Diffamierungskampagne eines Oberkellners (der bei Qype als „Besitzer“ des betreffenden Restaurants eingetragen ist).

Qype bat mich gestern, die gestern von mir auch im o. g. Blog-Beitrag begründete Bewertung des „Alt Hamburger Aalspeichers“ zu ändern.

Dies habe ich getan, mit folgender Erläuterung:

>> Qype bat mich heute (24. 11. 2008), meine Bewertung des Aalspeichers zu ändern. Um des lieben Friedens willen vergebe ich wieder die ursprünglichen drei Punkte, kann mir aber folgenden Kommentar nicht verkneifen:

Qype bezog sich heute auf folgende Passage der AGB:

* “a) Bewertungen müssen in Bezug zum bewerteten Anbieter stehen”

Der eine Punkt, den ich am 23. 11. 2008 vergeben habe (die Begründung findet ihr im nächsten Abschnitt), steht „in Bezug zum Anbieter“. Ich habe damit nicht nur die Qualität des Essens bewertet (die meiner Meinung nach drei Punkte verdient), sondern vor allem auch den bei Qype genannten “Besitzer” und Oberkellner, der mich als zahlenden Kunden nach dem Restaurantbesuch und dem anschließenden Qypen persönlich angriff.

Der Besuch, das Qypen und die anschließenden Diffamierungen stehen in einem direkten Zusammenhang. Der Feldzug des Oberkellners, der mich bedient hat, begann sofort nach dem Posten meines Qype-Beitrags, hat also einen Bezug zum Restaurantbesuch.

Es sollte im Interesse des Qype-Managements sein, dass solches Verhalten von Dienstleistern auch in Qype-Bewertungen thematisiert und bewertet wird. Finde ich zumindest.

Es kann nicht angehen, dass Gastronomen Qyper belästigen, nur weil sie mit deren Beiträgen nicht zufrieden sind. Wenn solche Belästigungen auftreten, sollte das in Qype-Bewertungen offen ausgesprochen werden und auch bei der Punktzahl berücksichtigt werden dürfen. <<

Ich bin gespannt, ob die o. g. Änderung der Punktebewertung plus Kommentar der Qype-Auslegung der eigenen AGB Genüge tut, oder ob Qype von mir weitere Änderungen verlangen wird. Mal schauen, ob die Frage in der Überschrift eine rhetorische bleibt … ;-)

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9 Antworten zu „Qype: „Firmenpolitik: Nutzer weniger wichtig als Firmen?““

  1. ring2 sagt:

    Du isst Aal?
    Ist das so verwunderlich, dass Q. versucht die Ergebnisse „sauber“ zu halten?

  2. pjebsen sagt:

    @ring2: Ich hätte Aal probiert, wenn der Teil des für uns zusammengestellten Menüs gewesen wäre.

    Es kommt darauf an, wie man „sauber“ definiert. Wenn es bedeutet, wichtige Details auszublenden, fände ich es in der Tat verwunderlich.

  3. vilmoskoerte sagt:

    Solange die Community fleißig arbeitet und dabei artig bleibt, ist sie willkommen. Wehe aber, wenn sie aufmüpfig wird, dann ist vom Löschen eines Beitrags bis zum Löschen des Mitglieds eben alles drin. Gut, wenn man das vorher weiß.

  4. pjebsen sagt:

    @vilmoskörte: Jedes Mitglied verpflichtet sich beim Registrieren, die AGB einzuhalten. Wer mit denen nicht einverstanden ist, braucht ja nicht mitzumachen.

  5. joulupukki sagt:

    Das ist nunmal das Dilemma von Qype – als kommerzielles Unternehmen, das von den Werbeeinnahmen der bewerteten Plätze leben möchte, ist es von positiven Kritiken abhängig. Negative Kritiken sind a la long nicht gewünscht und werden auch nicht geduldet werden, spätestens dann, wenn der Inhaber des bewerteten Platzes für einen Prämiumplatz bezahlt.
    Beispiel: Ein Platz bekommt ein, zwei prima Kritiken -> Qype ruft den Inhaber des Platzes an, bauchpinselt ihm mit der tollen Resonanz und verkauft dem stolzen Gebauchpinselten einen Prämiumplatz, damit auch alle sehen, wie gut die Gäste diesen Platz bewerten. Soweit so gut, einfaches Spiel mit scheinbar nur Gewinnern. Doch dann verschlechtert sich das Service dieses Platzes. Qype User bringen (zu Recht) schlechte Kritiken zu diesen Platz.
    Gretchenfragen:
    Was wird Qype machen? Dem empörten Inhaber, der sich zu Recht fragt, wie er dazu kommt auch noch dafür zu zahlen, dass so ein (in seinen Augen) Mist, der über ihn verzapft wird auch noch recht gut sichtbar ist und schnell gefunden wird, erklären, dass er seinen Job halt besser zu machen hat? Wohl kaum.
    Wird Qype dem User sagen, er müsse sein Urteil revidieren und sich dabei auf irgendeinen schwammigen AGB Paragraphen beziehen?
    Wird wohl so sein müssen.
    Wird der Autor des Artikels in den seltensten Fällen damit einverstanden sein, sondern eher verärgert?
    Ist anzunehmen.

    Somit ist Qype in einer Position, in der es im Falle einer negativen Kritik immer Unmut hervorrufen wird – spätestens dann, wenn Geld im Spiel ist. Es kann sich dann nur noch entscheiden, ob es den Geldgeber vergrämt, oder peu a peu das Lockmittel für Geldgeber.

    p.s.: Schon richtig, der User braucht ja nicht mitzumachen, wenn er damit nicht einverstanden ist. Geht er diesen Schritt jedoch, wird ihm das als Erpressung ausgelegt. Da macht es sich Qype etwas einfach.

  6. pjebsen sagt:

    @jou: Ich sehe das anders. Qype würde seinen Ruf als ernstzunehmendes Bewertungsportal gefährden, wenn sich herumspräche, dass Bewertungen – die nicht gegen die AGB verstoßen – aufgrund von Eingriffen des Managements geschönt oder gar gelöscht wurden.

    Als unkritische Werbeplattform würde Qype wahrscheinlich zu viele User verlieren, um für die werbungtreibende Wirtschaft wirklich interessant zu sein.

    Auch in Zeitschriften wie SPIEGEL, stern sowie unabhängigen Testmagazinen, die ebenfalls von Werbung abhängig sind, wird kritisch über Unternehmen und ihre Produkte berichtet; auch wenn es Firmen sind, die Anzeigen schalten.

    Ehrliche Bewertungen von grottigen Restaurants wie diesem sind wichtig für die Glaubwürdigkeit von Qype. Sollten diese acht Beiträge verschwinden und durch Lobhudeleien plus Anzeige ersetzt werden, müsste man sich Sorgen machen.

  7. vilmoskoerte sagt:

    Ich muss hier ein paar Widersprüche einbringen, weil deine Sicht der Welt mir doch etwas sehr durch die rosa Brille geht.

    Den Bezug, den du zwischen meiner Aussage („Aufmüpfigkeit“) und den AGB („Verstoß“) herstellen willst, sehe ich überhaupt nicht.

    Qype ist kein ernstzunehmendes Bewertungsportal mehr, wenn es denn überhaupt je eines gewesen ist. Es enthält mehr Spreu als Weizen, und das mit zunehmender Tendenz.

    Bei Qype gibt es keine saubere Trennung zwischen Werbung und Inhalt.

  8. pjebsen sagt:

    @vilmoskoerte: Ich denke nicht, dass wir hier irgendjemandes „Sicht der Welt“ diskutieren. Es geht hier nur um einen ganz, ganz kleinen Mikrokosmos namens Qype. ;-)

    Ich habe bisher kein Indiz dafür, dass Qype planmäßig Beiträge oder Mitglieder wegen „Aufmüpfigkeit“ löscht, sondern nur wegen Verstößen gegen die AGB (bzw. Qypes Interpretation der AGB).

    Den aktuellen Fall der Mitgliedslöschung kann ich in diesem Zusammenhang nicht kommentieren, da ich die genauen Zusammenhänge nicht kenne.

  9. Nöf Nöf sagt:

    Spricht für sich selbst, muss man gar´nichts zu sagen, einfach den Kommentarverlauf bis zum heutigen Ende lesen.

    http://www.qype.com/review/840430

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